Revierkämpfe in der Dortmunder Nordstadt

Dortmund..  Nach einem Straßenkampf mit 60 Beteiligten in der Dortmunder Nordstadt haben die Anwohner Angst. Offenbar gibt es Revierkämpfe ums lukrative Drogengeschäft. Am Montagabend sperrt die Polizei mit einem Großaufgebot eine Straße und durchsucht mehrere Cafés. Im Fokus: beteiligte Angreifer und Zeugen, die belastbare Aussagen machen. Zwei Angreifer nimmt die Polizei fest, aber mögliche Zeugen schweigen.

Selbst Verletzte machen den Mund nicht auf. Auch eine Anwohnerin der Stahlwerkstraße, die den Angriff am 15. Mai mit dem Enkelkind hinter ihrem Erdgeschoss-Fenster verfolgte, sagt lieber nichts – außer das hier: „Ich habe Angst.“

„Die da hinten“, legt sie noch hinterher und zeigt auf das „Café de Luxe“ am anderen Ende der Straße. Vor jenem „Luxus“-Café hängen finstere Gestalten ab. Das große Polizeiaufgebot stört die Männer. Einer stellt sich provokativ einem abfahrenden Polizeifahrzeug in den Weg.

Das Geschäft mit Pillen und Pulver ist in der Nordstadt sehr lukrativ. Drogenhändler verschiedener Nationalitäten verdienen hier ihr Geld, auch deutsche. Dortmunder und Besucher aus umliegenden Städten decken sich mit Stoff für die Sucht oder wilde Partynächte ein. Für diese Nachfrage gibt es in der Nordstadt die richtigen Angebote.

Mit Messern und Macheten

„Wir wollen Zeugen und Namen“, sagt Polizeisprecher Kim Freigang über den Einsatz. Wer auf der Stahlwerkstraße im Weg steht oder provozieren will, kassiert einen Platzverweis. Die Bereitschaftspolizei nimmt etliche Personalien auf. Zugleich überprüft das Ordnungsamt die Gaststätten-Konzessionen. Erneut liegen die Anwohner der Stahlwerkstraße in den Fenstern.

Diesmal ist das Geschehen vor der Haustür weniger spektakulär als drei Abende zuvor: Am 15. Mai zogen mit Messern und Macheten bewaffnete junge Männer über die Straße. Schüsse fielen. Angreifer schlugen Autoscheiben ein. Revierkämpfe wie diesen will die Polizei unbedingt verhindern. Die starke Präsenz soll das erschütterte Sicherheitsgefühl der Bürger stabilisieren.