Randalierer von Renesse waren Schalker Ultras

Gelsenkirchen/Renesse..  Die elf Randalierer, die nach einer Massenschlägerei im niederländischen Renesse in U-Haft sitzen (vier wurden im Laufe des Tages entlassen), gehören nach Angaben der Gelsenkirchener Polizei zur Schalker Fußball-Ultra-Szene. Anlass der Krawalle soll laut Bild.de auch nicht ein Junggesellenabschied gewesen sein, sondern eine „Abschiedsfeier“ für den Kopf der Ultra-Gruppe „Hugos“.

Der 24 Jahre alte Student aus Gelsenkirchen muss für eineinhalb Jahre ins Gefängnis, weil er 2012 im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt Bengalos in der Arena gezündet hatte. Giftiger Qualm füllte damals die Ränge. Noch heute, rund zweieinhalb Jahre nach der Tat, haben Zeugen Probleme, über die Minuten in den Rauchschwaden zu reden. Erst im März hatte dem mehrfach vorbestraften Ultra-Hooligan das Landgericht in zweiter Instanz die Bewährung entzogen. Die Sprecherin der zuständigen Staatsanwaltschaft in Breda konnte allerdings nicht sagen, ob es sich bei der Feier nun um eine Jungesellen- oder eine Abschiedsfeier handelte.

Für die niederländische Justiz spiele es im übrigen auch keine Rolle. Fakt ist, dass niederländische Polizisten attackiert wurden. Darum drohen ihnen bei einer Verurteilung lange Haftstrafen. Polizisten genießen in den Niederlanden besonderen Schutz, das Strafmaß für Körperverletzung – maximal viereinhalb Jahre – kann sich dann verdreifachen.

Krawalltourismus mit dem Doppeldeckerbus aus Gelsenkirchen

Die 78 Teilnehmer der Fahrt hatten sich offenbar wegen einer Kiste Bier vergangene Woche Sonntag auf der Partymeile „Hogezoom“ im Zentrum Renesses mit einer anderen Gruppe angelegt. Danach eskalierte die Situation und als die Polizei einschritt, richtete sich die Gewalt gegen die Beamten. Sechs Polizisten wurden verletzt, zwei sogar schwer. Dabei muss laut Staatsanwaltschaft „sehr sehr viel Alkohol im Spiel gewesen sein“. Die Männer aus Gelsenkirchen und Umgebung waren mit einem Doppeldeckerbus angereist.

Drogentests haben bei den Untersuchungen der niederländischen Behörden keine Rolle gespielt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wäre das der Fall gewesen, wenn jemand am Steuer eines Fahrzeug gesessen hätte und es dadurch dann zu Unfällen, Verletzungen und Straftaten gekommen wäre.