Namensvetter gestorben – Telekom kappt falschen Anschluss

Balve..  Wochenlang hat eine Familie aus dem Dorf Garbeck bei Balve, Märkischer Kreis, weder Telefon noch Internet. Die Telekom hatte ihren Anschluss gekappt. Ursache: eine Verwechslung mit einem Verstorbenen.

Das Ehepaar Bernhard und Veronika Wortmann stellt am 30. Dezember 2014 fest, dass weder Telefonanschluss noch Internetzugang funktionieren. Veronika Wortmann ruft per Prepaid-Handy bei der Telekom an, um die Störungsursache festzustellen. Veronika Wortmann: „Der Mann am anderen Ende der Leitung hat zu mir gesagt, mein Mann sei doch verstorben. Gott sei Dank saß er mir kerngesund beim Frühstück gegenüber.“ Der Mitarbeiter entschuldigt sich.

Die Telekom geht dem Fall nach. Ergebnis: Bernhard Wortmann ist verwechselt worden mit einem verstorbenen Mann gleichen Namens. Das Beerdigungsinstitut hatte ein Kündigungsschreiben aufgesetzt, mit der richtigen Anschrift des Verstorbenen und der Bitte an die Telekom, seinen Anschluss zu kappen.

Bei den Wortmanns tut sich über den Jahreswechsel erst mal nichts. „Erst am 4. oder 5. Januar stand unsere Telefonleitung wieder“, berichtet Veronika Wortmann. Das Telekommunikations-Unternehmen will am 7. Januar einen Techniker schicken und den Internetzugang wieder freischalten.

Doch niemand kommt. Daher ruft Veronika Wortmann wieder bei der Telekom-Hotline an. Der Mitarbeiter behauptet, dass ein Techniker an diesem Tag zu den Wortmanns rausgefahren sei: „Niemand hat geöffnet.“ Warum, wird später klar. Der Fachmann hatte die Adresse des Verstorbenen aufgesucht.

Am 21. Januar ist der Internetzugang der Wortmanns schließlich wieder frei – „mit der Zusage, dass wir keinen neuen Anschluss bezahlen brauchen und etwas Guthaben bekommen.“ Doch dann kommt die erste Mahnung – trotz Einzugsermächtigung. Weitere Mahnungen folgen – bis des Rätsels Lösung gefunden ist. Die Familie hat eine neue Buchungs-Kontonummer erhalten. Veronika Wortmann: „Schriftlich ist uns das nicht mitgeteilt worden.“

Ein Anwalt wird eingeschaltet. Die Telekom lenkt ein, will nun Anwaltskosten und 100 Euro Pauschale zahlen. „100 Euro? Das deckt unsere Kosten leider nicht“, sagt Veronika Wortmann. Denn ihre Kinder müssen, weil sie „nicht nonstop in den Arbeitszimmern der Nachbarn und Freunde sitzen können“, nach Iserlohn fahren, um das Studienportal zu nutzen. Anwaltskosten, Fahrtkosten und die Erstattung der gezahlten Mahngebühren – das wünschen sich die Wortmanns.

Die Telekom hat sich unterdessen schriftlich bei den Wortmanns entschuldigt.