Krefeld will Geld für neue Hausnummern

Krefeld..  Bettensteuer, die (untersagte) Bräunungssteuer für Solarien, Abgaben auf Mobilfunkmasten oder Wettbüros: Wenn es darum geht, neue Einnahmequellen aufzuspüren, sind Kämmerer kreativ. Das hoch verschuldete Krefeld denkt nun an eine Gebühr für die Vergabe von Hausnummern. Geplant sei ein Betrag von 50 Euro für eine amtliche Hausnummer für Neubauten, berichtete ein Stadtsprecher gestern. Für Änderungen, Ergänzungen oder Löschungen von Hausnummern sollen 100 Euro fällig werden. Mit dieser und weiteren neuen Gebühren will die 220 000-Einwohner-Kommune etwa 36 000 Euro pro Jahr einnehmen.

Scharfe Kritik kommt vom Bund der Steuerzahler in NRW. „Wer so etwas plant, ist nicht weit davon entfernt, Gebühren auch für aufgestellte Vogelhäuschen zu erheben oder seine Bürger allein für das bloße Vorhandensein eines Vorgartens zur Kasse zu bitten“, sagt Landesvize Eberhard Kanski. Er hält die geplante Gebühr für völlig verfehlt. „Eine Haushaltsverbesserung wird man damit nicht erzielen.“ Krefeld drückt ein Schuldenberg von mehr als 860 Millionen Euro. Und im aktuellen Etat der Kommune klafft eine Deckungslücke von 32 Millionen Euro.

Beschlossen ist die Gebühr noch nicht. Die Großstadt arbeitet im Nothaushalt und muss neue Geldquellen erschließen.