Kindermord: Angeklagter belastet Sohn

Bochum..  Erst vergiftet, dann erstickt: Fünf Monate nach dem qualvollen Tod eines zweijährigen Mädchens muss sich ein ehemaliger Hausmeister der Bochumer Polizei seit Mittwoch wegen Mordes vor dem Bochumer Schwurgericht verantworten. Zum Prozessauftakt wies der ehemalige Lebensgefährte der Mutter des Opfers die Vorwürfe zurück. Gleichzeitig brachte der 39-Jährige seinen 14-jährigen Sohn als möglichen Täter ins Spiel.

Der Junge, nach seinen Angaben schon länger eifersüchtig auf das zweite Kind in der Patchwork-Familie, sei am Tatabend mit dem Kleinkind alleine gewesen. Der Angeklagte behauptet nun, die Zweijährige sei aus dem Hochbett gestürzt und habe nicht mehr aufgehört zu schreien. Da soll der Jugendliche ihr den Mund zugehalten und schließlich ein Kissen darauf gedrückt haben, bis sie sich nicht mehr rührte. Als der Sohn ihm die Tat am nächsten Tag gestanden habe, habe der „geweint wie ein Junge, der einen Teddy verloren hat“.

14-Jähriger weiß offenbarnichts von den Vorwürfen

Die angebliche Tat des Sohnes soll der Angeklagte seinem Bruder in einem Brief geschildert haben. Der tauchte allerdings erst auf, nachdem die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben hatte. Der 14-Jährige lässt sich ebenfalls durch einen Anwalt vertreten, der im Gerichtssaal sitzt. Er selbst soll von den Vorwürfen seines Vaters allerdings bislang nichts wissen.

Die Staatsanwaltschaft scheint der Anschuldigung aber offenbar keine große Bedeutung beizumessen. Sie geht davon aus, dass der 39-jährige Angeklagte dem leicht behinderten Kind eine hohe Dosis Insulin gespritzt und es dann erstickt hat, weil es seinen angeblichen Auswanderungsplänen im Weg stand.