Kettwig und Werden wollen bis zu 40 verkaufsoffene Sonntage

Essen..  Die Einzelhändler in Essen-Werden und -Kettwig wollen an bis zu 40 Sonntagen im Jahr ihre Geschäfte öffnen. Noch in der vergangenen Woche hatten Kirchen und Gewerkschaften für eine weitere Reduzierung der verkaufsoffenen Sonntage plädiert.

Doch der Werbering Werden und der Initiativkreis „Kettin“ wollen eine Ausnahme erreichen, die das Ladenschlussgesetz möglich macht, für die aber ein politischer Beschluss des Stadtrates nötig ist: Jene Bereiche von Werden, Kettwig, Bredeney und Heisingen, die nicht weiter als 300 Meter von der Ruhr entfernt sind, stehen auf der NRW-weiten Liste der „Kur-, Ausflugs-, Erholungs- und Wallfahrtsorte“. Zum Beispiel dürfen im Marienwallfahrtsort Neviges an 40 Sonntagen im Jahr Devotionalien verkauft werden.

Um als Ausflugsort anerkannt zu werden, beziehen sich Werden und Kettwig auf ihre Historie als Tuchmacherstädte. „Es dürften nur jene Läden öffnen, die einen Bezug zu dieser Tradition haben. Das wären in Kettwig und Werden rund 20 Bekleidungsgeschäfte“, erklärt Andreas Göbel vom Werdener Werbering.

Der Essener Einzelhandelsverband kritisiert den Alleingang der Stadtteile. Geschäftsführer Marc Andre Heistermann: „Ein solcher Vorstoß dient nicht unbedingt dem Gesamtkonstrukt.“