Kein Prozess um tödlichen Unfall

Bochum..  Nach einem der schrecklichsten Unfälle in Bochum im vorigen Jahr hat die Staatsanwaltschaft ihr Verfahren gegen den 69-jährigen Unfallfahrer eingestellt. Der Mann hatte Ende März im Stadtteil Weitmar mit seinem Audi plötzlich stark beschleunigt und krachte ungebremst gegen einen Kleinwagen vor ihm. Der wurde gegen einen Baum geschleudert und völlig zerstört. Darin starb der 47-jährige Beifahrer, seine Ehefrau (46) am Steuer wurde so schwer verletzt, dass sie ins künstliche Koma versetzt wurde. Sie überlebte den Unfall schwer verletzt.

Anfangs stand ein technischer Defekt im Raum. Doch später kam heraus, dass der ebenfalls schwer verletzte 69-Jährige eine plötzliche Krankheitsattacke erlitten hatte. Mangels Schuld muss der Fahrer nun nicht vor Gericht.

Wegen eines internistischen Notfalls gab es im vorigen Jahr einen weiteren Todesfall im Bochumer Straßenverkehr. Ebenfalls im März hatte ein 63-Jähriger auf der Königsallee eine Herzattacke erlitten; er fuhr gegen einen Zaun und einen Baum.

Ältere Menschen verursachen – gemessen am Anteil in der Bevölkerung – nur relativ wenige Unfälle. Allerdings hat die Polizei im vorigen Jahr in Bochum, Herne und Witten festgestellt, dass allein bei 86 Unfällen, in die Menschen jenseits der 75 Jahre verwickelt waren, diese in 72 Prozent der Fälle die Hauptverursacher waren.