Journalisten bestürmen Schüler

Haltern..  Das Gymnasium eine „Highschool“, die Stadt irgendetwas zwischen „Halterrrrn“ und „Altär“: Für die internationalen Medien ist die kleine Stadt am Rande des Reviers nach dem Flugzeug-Absturz so etwas wie der Nabel des Weltgeschehens. Mehrere Dutzend Fernseh-Sender aus allen Winkeln der Erde berichteten am Mittwoch, mehr als fünfzig Kameras brachten den Ratssaal des Rathauses an seine räumlichen und akustischen Grenzen.

TV-Teams aus den USA, aus Großbritannien, Japan, der Türkei waren angereist, an den Kamerataschen noch die Gepäckscheine vom Flieger Richtung Düsseldorf. Schweden und Norwegen waren vertreten, Tschechien, Italien und Slowenien, Al Dschasira meldete sich in stündlicher Schalte in der arabischen Welt. Aus den Niederlanden und Belgien waren Journalisten mit großen Übertragungswagen angereist, gleich im Dutzend sendeten die mitbetroffenen Länder Spanien und Frankreich aus dem Kreis Recklinghausen.

Und benahmen sich dabei nicht zimperlich. Während sich die deutschen Medien, auch die vom Boulevard, gegenüber Schülern und Passanten eher zurückhaltend verhielten, Fotografen verabredeten, Trauernde nicht von vorn abzubilden, wurden gerade Kinder vor allem von ausländischen Kollegen regelrecht bestürmt und mit Kamera und Mikrofon bedrängt. Was die Stimmung in Haltern nicht besser machte: In das lähmende Entsetzen mischten sich bei vielen Bürgern Zorn und Abwehr gegenüber der Presse.