Inhalieren, Ruhe und frische Luft

Duisburg..  Üblicherweise sind Erkältungen (grippale Infekte) eine Sache von einer Woche. Doch derzeit haut es viele Kranke gleich für zwei bis drei Wochen um, so Dr. Dirk Mecking, Hausarzt in Duisburg.

Was kann man tun? „Wenn eitriges Sekret dabei ist, verschreibe ich ein Antibiotikum.“ Aber das hilft nur gegen die so genannte „Super-Infektion“. Hier haben sich Bakterien zu den Viren gesellt. Antibiotika wirkten ja bekanntlich nie ge­gen Viren.

Laut Virologen ist zurzeit eine starke Virus-Persönlichkeit unterwegs. Die Symptome sind häufig schwer, fast grippe-ähnlich. „Ich empfehle Kopfdampfbäder, Inhalationen“, so Dr. Mecking. „Aber oft muss ich erst erklären, dass die pflanzlichen Hausmittel so gute Wirkungen und eben keine großen Nebenwirkungen haben.“ Zudem sei es wichtig, viel zu trinken.

Grippe und grippaler Infekt

Ruhe – auch Bettruhe – ein gutes Rezept bei Fieber. Doch sobald das Fieber nachlässt, ist es mit der Ruhe vorbei, ist Bewegung angesagt: „Rausgehen und ruhig die kalte Luft einatmen“, sagt Mecking.

Im Volksmund werden die Begriffe „Grippe“, „grippaler Infekt“ und „Erkältung“ oft gleichgesetzt. Dabei ist eine Grippe eine erheblich schwerere Erkrankung als eine gewöhnliche Erkältung, die auch als grippaler Infekt bezeichnet werden kann, so Mecking. Die Grippe setzt urplötzlich ein, das oft hohe Fieber über vierzig Grad komme tatsächlich wie aus heiterem Himmel und nicht schleichend.

Da es sich bei einem grippalen Infekt wie bei der Grippe (Influenza-Viren) auch um Viren handelt – Rhino- und Adeno-Viren – brachten Experten eine Impfung ins Gespräch. Interessant, findet Ulf Dittmer, Virologe der Essener Uniklinik: Durch die Krankschreibungen „ist der volkswirtschaftliche Schaden ja sehr hoch“. Doch noch seien Forschung und Industrie nicht darauf angesprungen.