„Ich bin der letzte Augenzeuge“

Hattingen..  Sergeant Dennis Roy Muxlow war 19, als das britische Kampfflugzeug über der alten Ziegelei in Hattingen-Bredenscheid abgeschossen wurde. Es stürzte ab, mit dem jungen Engländer starben an jenem 9. Oktober 1944 sechs weitere Soldaten. Gestern, über 70 Jahre später, besuchte ein Cousin Muxlows gemeinsam mit Hattingern den Ort des traurigen Geschehens.

„Ich bin der letzte Augenzeuge“, sagt Hans Sendt (78). Als das Flugzeug abstürzte, war er ein kleiner Junge. Doch was passierte, hat er „sehr gut in Erinnerung“. Seine Mutter und er seien gerannt, als die Bomben fielen. Um eine Frau und ein Kind hätten sie große Sorge gehabt. Hätten die nicht unter einer Unterführung gestanden, wären sie von Flugzeugteilen erschlagen worden.

Peter Muxlow ist mit seiner Frau Julia aus England nach Hattingen gekommen – nur für einen Tag. Er fotografiert an der Absturzstelle und spricht mit Männern, die damals dabei waren, als sein Cousin ums Leben kam. Hattinger Historiker hatten zuvor Erinnerungen und Quellen zusammengetragen, um Klarheit für die Angehörigen zu schaffen.

Die Muxlows wurden gestern unter ­anderem von Stadtarchivar Thomas Weiß und Walter Padberg begleitet. Letzterer hatte beobachtet, wie der Bomber damals über ­Bredenscheid kreiste, Bomben abwarf, möglicherweise in der Hoffnung auf eine Notlandung. Die nicht gelang.