Helge Achenbach schuldet den Aldi-Erben 19,4 Millionen

Düsseldorf..  Die Firmen von Kunstberater Helge Achenbach (62) sind insolvent, seine Kunstsammlung mit rund 2000 Objekten soll demnächst versteigert werden. Der Insolvenzverwalter erhofft sich daraus einen Erlös von rund sechs Millionen Euro. Es wird bei weitem nicht für jene 19,4 Millionen Euro Schadenersatz an die Familie des gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht reichen, zu dem das Landgericht Düsseldorf Achenbach verurteilt hat. Der Zivilprozess, der gestern zu Ende ging, lief parallel zum Essener Strafprozess, in dem Achenbach wegen Millionenbetrugs an Albrecht und zwei weiteren vermögenden Kunden angeklagt ist.

Richter Joachim Matz sah als erwiesen an, dass Achenbach bei Verkäufen von Kunst und Oldtimern an Albrecht unberechtigte Aufschläge vorgenommen habe. Mit Albrecht seien lediglich Provisionen vereinbart gewesen. Achenbachs Version, wonach er einen mündlich vereinbarten „Ermessensspielraum“ für Preisaufschläge auf die Objekte sowie eine Rücknahmegarantie gegeben habe, sei nicht überzeugend. „Es besteht kein Zweifel daran, dass es diese Absprache nicht gegeben hat“, sagte Matz. Kein wirtschaftlich einsichtiger Mensch hätte sich auf eine solch undurchsichtige Preisgestaltung eingelassen. In dem Zivilprozess ging es um 21 Kunstwerke und elf Oldtimer, die Achenbach für Albrecht gekauft hatte.

Der zivile Rechtsstreit der Erben Albrechts gegen Achenbach ist nach Worten von Matz noch nicht beendet. Die Erben wollen demnach weitere fünf Millionen Euro einklagen, die Achenbach aus Kick-Back-Geschäften kassiert haben soll. Dabei seien die von den jeweiligen Verkäufern verlangten Kaufpreise „nach oben gesetzt“ worden. Diese Aufschläge seien dann zum Teil von den Verkäufern an Achenbach rückerstattet worden. Kick-Backs werden auch als verdeckte Provisionen bezeichnet, von denen der Endkäufer oft nichts weiß.