Haftstrafen nach Randale von Renesse

Richterin Nicolette van der Ploeg-Hogervorst (Mitte) hatte im Prozess den Vorsitz.
Richterin Nicolette van der Ploeg-Hogervorst (Mitte) hatte im Prozess den Vorsitz.
Foto: Volker Hartmann
Was wir bereits wissen
Erstes Urteil: Vier Schalker Ultras sollen vier und fünf Monate hinter Gitter. Das Urteil für die anderen sieben Angeklagten steht noch aus.

Middelburg/Gelsenkirchen..  Nach der Randale im niederländischen Renesse sind vier der mutmaßlichen Schalker Schläger zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt worden. Das Gericht in der Provinzhauptstadt Middelburg entschied außerdem, dass das Quartett gut 5000 Euro Schmerzensgeld an die verletzten Polizisten und Sicherheitsleute zahlen muss. Mehrere der Beamten sind nach Verletzungen, zum Teil am Kopf, noch immer arbeitsunfähig.

Staatsanwalt Rob Rammeloo hatte zu Prozessbeginn vor zwei Wochen neun Monate Haft wegen öffentlicher Gewalt für die Angeklagten gefordert. Sie waren in der Nacht vom 11. auf den 12. April auf der Ausgehmeile von Renesse mit der Polizei aneinandergeraten. Die elf Männer gehörten zu einer Gruppe von 78 Schalker Ultras, die im zeeländischen Küstenort feiern wollten. Sie waren noch in der Tatnacht festgenommen worden, blieben fast drei Wochen in Untersuchungshaft.

Angst um den Arbeitsplatz

Nach Anhörung von Zeugen und aufgrund des umfangreichen Videomaterials sieht die Kammer es als erwiesen an, dass die vier nun Verurteilten an den Ausschreitungen beteiligt waren. Drei Männer aus Gelsenkirchen, 20, 22 und 23 Jahre alt, unter ihnen ein Altenpfleger und ein angehender Physiotherapeut, sollen nun für vier Monate in Haft. Ein 33-Jähriger aus Straelen, auf den Bildern laut Gericht als aggressiver Schläger klar zu identifizieren, soll für fünf Monate hinter Gitter. Der Justizbeamte fürchte ernsthaft um seinen Arbeitsplatz, sagte sein Anwalt Bart Visser.

Ob gegen das Urteil Berufung eingelegt wird, ist offen. Eine mögliche Haftstrafe könnten die Männer in den Niederlanden, auf Antrag aber auch in Deutschland verbüßen. Das Urteil für die anderen sieben Angeklagten steht noch aus. Deren Verhandlung hatte das Gericht auf Antrag der Verteidiger ausgesetzt: Es sei noch nicht ausreichend deutlich geworden, wie ihre Mandanten als Täter identifiziert worden seien.