Gladbach-Ultra nach folgenschwerer Attacke vor Gericht

Ein Mönchengladbacher Ultra steht wegen versuchten Totschlags vor Gericht.
Ein Mönchengladbacher Ultra steht wegen versuchten Totschlags vor Gericht.
Foto: dpa Picture-Alliance / Britta Pedersen
Was wir bereits wissen
Ein Fußball-Fan bekleckert im Stadion einen anderen mit Bier. Der Bekleckerte soll zugetreten haben. Er steht wegen versuchten Totschlags vor Gericht.

Mönchengladbach.. Ein prominenter Vertreter der Mönchengladbacher Fan-Szene soll einen anderen Fan wegen einer Kleinigkeit fast umgebracht haben. Nach einem Rempler mit dem anderen Fan habe der 29-Jährige dem Opfer "ohne rechtfertigenden Grund" mit dem Fuß ins Gesicht getreten, stellte die Staatsanwaltschaft am Dienstag beim Prozessauftakt fest. "Er nahm dessen Tod billigend in Kauf", sagte Staatsanwalt Benjamin Kluck.

Der Vorsänger einer Mönchengladbacher Ultra-Gruppierung ist des versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Vor Gericht konnte sich das 37 Jahre alte Opfer nicht mehr an die Ereignisse erinnern. Er war mit einer lebensgefährlichen Hirnblutung mit Hirnödem ins Krankenhaus gebracht worden.

Angeklager und Zeuge widersprechen sich

Vor dem Bundesligaspiel gegen Darmstadt 98 im Dezember 2015 soll das angetrunkene Opfer laut Anklage mit einer Lage Bier in den Händen mit dem Angeklagten zusammengestoßen sein. Dabei bekam auch die Kleidung des Angeklagten etwas ab. Daraufhin soll der Ultra den Mann gestoßen haben und, als dieser nach Gleichgewicht suchte, mit dem Fuß ins Gesicht getreten haben. Das Opfer schlug mit dem Kopf auf das Pflaster.

Der 29-jährige Angeklagte sagte, er habe sich gegen einen Angriff des Mannes wehren müssen. Dieser habe ihm nach dem Rempler gesagt: "Bald habe ich Deinen Posten" und ihm dann die Becher Bier über den Kopf gekippt.

Ein Zeuge widersprach. Nach einem kleinen Rempler habe es offensichtlich eine Diskussion zwischen den beiden gegeben. Nach einem Schubser des Angeklagten habe das Opfer um Gleichgewicht gerungen und dabei sei das Bier auf der Brust des Angeklagten gelandet. Nach dem Fußtritt habe sich der Zeuge gefragt, wie der Vorsänger als Vorbild gerade für Jüngere so etwas habe tun können.