Geschlagener Schiri will wieder pfeifen

Essen..  Helmut Dohse will wieder pfeifen. Der erfahrene 60-jährige Schiedsrichter, der im November bei einem Spiel der Freizeit-Liga Essen niedergeschlagen wurde, so dass er mit dem Kopf auf den Ascheplatz knallte und bewusstlos im eigenen Blut lag, er will kein Opfer mehr sein. „Am Anfang war ich richtig fertig“, sagt er. „Aber ich bin nicht traumatisiert. Es ist eine unglaubliche Geschichte, die für mich inzwischen Geschichte ist.“

Helmut Dohses Fall rief ein bundesweites Echo hervor. Er lag im gleichen Krankenhaus wie Tuğçe A, die an den Folgen eines Faustschlags starb. „Das hätte mir auch passieren können. Auch ich hätte tot sein können.“ Er wurde mehrfach operiert. Sein Mund war fünf Wochen verdrahtet, doppelter Kieferbruch. „Da passte nur Suppe rein.“ An den Täter, der für den Fußball lebenslang gesperrt ist und der sich noch vor Gericht verantworten muss, will er keine Gedanken verschwenden. „Wissen Sie, Ich hasse den jungen Mann ja nicht. Direkt mögen tue ich ihn aber auch nicht.“

Dohse leitet am Samstag das Spitzenspiel der Freizeit-Liga. Es könnte zur Sache gehen. „Sie haben mich gefragt. Ich freue mich.“ Die Sporttasche steht seit Tagen bereit.