Geschasster Bankchef klagt sich wieder ein

Oberhausen..  Der geschasste Chef der Stadtsparkasse Oberhausen hat sich wieder eingeklagt. Die Bank hatte Karlheinz Merzig 2012 fristlos gekündigt, weil sein Wirken in gleich mehreren zweifelhaften Kreditengagements dem Institut Verluste in Millionenhöhe beschert haben soll; zudem habe es einen Vertrauensverlust bei den Kunden gegeben. So soll er etwa im Kreditverfahren des Königshardter Sportartikelhändlers „Sport-Concept“ pflichtwidrig gehandelt haben. Zu diesem Ergebnis soll 2012 ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC) im Auftrag der Bank gekommen sein.

Tatsächlich gab in erster Instanz das Landgericht Duisburg der Sparkasse 2013 recht. Das Oberlandesgericht Düsseldorf kassierte gestern die Abberufung Merzigs als Vorstandsvorsitzender sowie die Kündigung. Damit ein Unternehmen außerordentlich kündigen kann, muss ein wichtiger Grund vorliegen, der dieser Firma auch erst seit zwei Wochen bekannt sein darf. Beides erkannten die Richter nicht an.

Der Sparkasse des hoch verschuldeten Oberhausen drohen nun hohe Gehaltsnachzahlungen, denn darauf klagt Merzig parallel vor dem Landgericht Duisburg. Sein Jahresgehalt lag bei rund 350 000 Euro. Die Sparkasse will nun prüfen, ob sie das Urteil noch anfechten kann.