Gelsenkirchen jubelt über „Grüne Hölle“-Umzug

Gelsenkirchen..  Gelsenkirchen freut sich, jubelt über den Umzug des dreitägigen Rock-Festivals vom Nürburgring in die Schalker Arena. Aber im Internet ruft der neue Spielort auch beißende Kritik hervor.

„Ein Kult-Festival am Ende“, schreibt einer. Ein anderer bedauert, dass nicht nur das ursprüngliche Festival „Rock am Ring“ aus der Eifel vertrieben wurde. Jetzt werde auch noch „das ,Ersatzfestival’ vom geliebten Ring zu ner Turnhallenveranstaltung“ degradiert. „Ein Witz!!!“, spitzt ein weiterer Nutzer im Netz die Diskussion zu und kritisiert die Veranstalter: „Erst einen auf dicke Hose machen und dann sowas!!“

Seit 1985 hatte es „Rock am Ring“ in der Eifel gegeben. Doch 2014 entbrannte ein Streit zwischen Konzert-Veranstalter Marek Lieberberg und dem Nürburgring. Lieberberg kündigte die Zusammenarbeit auf und zog auf den Flugplatz Mendig, wo er sein Festival vom 5. bis 7. Juni 2015 veranstalten wird.

Der Nürburgring wollte sich das nicht bieten lassen, kooperierte mit der Deutschen Entertainment AG (DEAG). Geplant war die „Grüne Hölle Rock“ als Festival-Nachfolger. Doch wieder gab es Streit um die Kosten. Kurzfristig gab die DEAG deshalb den Wechsel nach Gelsenkirchen bekannt. Ideal sei der neue Standort, schwärmte der Veranstalter. Vom 29. bis 31. Mai sollen dort Topacts wie Metallica, Muse und Kiss spielen.

Mit den Fans hat die DEAG darüber offenbar nicht gesprochen. Vereinzelte Stimmen im Netz sehen den Umzug zwar positiv („Ich find’s gut!“), doch die Kritiker berufen sich auf ihre Erfahrung bei „Rock im Pott“ in der Arena: „Ich tausche garantiert nicht Open Air gegen Halle ... vor allem nicht Schalke! Rock im Pott war schon ne riesen Verarsche und Enttäuschung.“ Mehrfach wird auch die vermeintlich schlechte Akustik angesprochen.

Die offizielle Seite in Gelsenkirchen freut sich dagegen uneingeschränkt. Schalke-Boss Clemens Tönnies findet das Festival in der Arena „sensationell“. Wirtschaftsdezernent Christopher Schmitt hofft sogar, dass „die Event-Geschichte von Gelsenkirchen“ fortgeschrieben wird. Details sind wohl noch zu klären. So weiß von den Fans niemand, was genau der Veranstalter mit den Zeltplätzen in der Nähe meint.