Gangsterpaar weiter auf der Flucht

Kleve..  Die Polizei hat die auf Hochtouren laufende Fahndung nach dem mit Waffengewalt befreiten Patienten aus der forensischen Klinik in Bedburg-Hau weiter verstärkt. Bisher fehlt von dem 27-Jährigen, der wegen schweren Raubes und Erpressung zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt wurde und aufgrund schwerer Drogenprobleme in der Klinik war, jede Spur. Der von zwei Pflegern bewachte Sirat Ates war am Donnerstag von seiner ehemaligen Mittäterin Nadia Lohja nach einem Arztbesuch in Goch mit vorgehaltener Waffe befreit worden.

Die mittlerweile elfte Flucht eines Patienten des Maßregelvollzugs in Bedburg-Hau hat ein parlamentarisches Nachspiel im Landtag. Ein halbes Jahr nach der letzten Flucht eines Patienten mit Hilfe von Fluchthelfern sei der neue Fall ein „unglaublicher Vorgang“, kritisierte der CDU-Abgeordnete Peter Preuß. Gesundheitsministerin Steffens (Grüne) soll klären, warum der gefährliche Sinat Ates beim Arztbesuch nicht von geschultem Wachpersonal begleitet wurde. Zudem sei unklar, wieso die ehemalige Komplizin über den Termin des Arztbesuches informiert war. Das Ministerium wies den Vorwurf zurück, die Sicherheitsstandards seien eingehalten worden.

Die Polizei hat das Fahndungsgebiet inzwischen am Niederrhein auf das Grenzgebiet zu den Niederlanden ausgeweitet.