Fotos eines Getöteten kursierten per WhatsApp

Mönchengladbach..  Das Foto des Getöteten kursierte schon per Whats­App in Mönchengladbach, als von dem Mord selbst noch kaum jemand wusste. Jetzt verhaftete die Polizei einen vorbestraften Gewalttäter wegen Mordes an einem Schüler. Der 20-Jährige hatte seinen Freund auf einem stillgelegten Werksgelände von hinten angegriffen und mit 30 Stichen getötet.

Der Täter ist geständig. „Ich habe meinen besten Freund getötet“, soll er in seiner Vernehmung gesagt haben, nachdem er am Dienstagmorgen von Ermittlern unsanft aus dem Bett geholt worden war. Ein Motiv für die Tat habe der bereits als Intensivtäter bekannte 20-Jährige auf Anraten seines Anwalts nicht genannt. Ein Richter schickte ihn am Mittwoch in Untersuchungshaft.

Wer hat die Leiche entdeckt?

Die Polizei sucht nun den Urheber der Tatort-Fotos, die per Internet-Chat verbreitet wurden. Er hatte die Leiche offenbar als erster entdeckt und fotografiert, anstatt die Polizei zu alarmieren. Lehrer mehrerer Schulen hatten sich an die Polizei gewandt, weil Schüler die verstörenden Fotos des Opfers via WhatsApp auf ihre Handys gespielt bekamen. Die Polizei kritisierte die Smartphone-Besitzer, die das Foto weiterverbreitet hatten. Ihr Verhalten sei strafbar.

Zeugen waren einen Tag nach der Tat, die sich am 1. Februar ereignet hatte, auf die Leiche gestoßen. Wenige Meter von der Leiche entfernt hatten die Ermittler die Tatwaffe entdeckt, ein Küchenmesser mit etwa zehn Zentimeter langer Klinge. Auf dem Messer und am Tatort fanden sich DNA-Spuren des Verdächtigen.

Der 20-Jährige hat bereits Raub, Körperverletzung, Diebstahl, Sachbeschädigung und Drogendelikte auf dem Kerbholz. Die Mutter des Opfers hatte ihren Sohn vermisst gemeldet und die Polizei mit der Frage konfrontiert, ob es sich bei der entdeckten Leiche um ihren Jungen handeln könnte.