Essener Ratsherr meldet Insolvenz an

Essen..  Der Essener Radiologe und Ratsherr Karlgeorg Krüger hat Insolvenzantrag gestellt. Ein millionenschweres Immobilien-Investment in Marl sei in die Schieflage geraten, der Schaden immens, erklärte Krüger gestern. Bereits 2014 war er in die Schlagzeilen geraten. Da hatte es Vorwürfe gegen seine Diagnosezentren in Kupferdreh und Kettwig sowie das Brustdiagnosezentrum in der City gegeben. Die Ermittlungen zum „Mammografie-Skandal“ wurden allerdings eingestellt.

„Ich habe nichts verbrochen!“

Da kämpfte der Privatmann Krüger schon mit anderem Ärger: 2005 hatte er rund 450 Wohnungen in der Planetensiedlung in Marl gekauft, gedacht „als zusätzliche Alterssicherung“. Doch nach einigen Jahren liefen Defizite auf, gleich zweimal hintereinander sei er offenbar Betrügern auf den Leim gegangen, zunächst einem Verwalter, der sich selbst bedient habe, dann dem Investor W., den ihm eine renommierte Förderbank empfohlen hatte und mit dem er eine Gesellschaft gründete, für die er nun hafte. Mitte 2013 stellte Krüger Strafanzeige wegen Veruntreuung und Betrugs gegen W. Insgesamt seien Forderungen in sechs- bis siebenstelliger Höhe aufgelaufen, 225 000 Euro mache allein RWE geltend, bei der Stadt Marl seien 600 000 Euro offen. Die Häuser seien für 70 Prozent ihres Wertes von 20 Millionen versteigert worden. „Ein Riesenverlust“, klagt Krüger. Um die Liquidation der Praxen abzuwenden, habe er pro-aktiv das Insolvenzverfahren angemeldet. Das Amtsgericht habe dem Antrag stattgegeben. Sein Ratsmandat will Krüger, der dem Essener Bürgerbündnis angehört, nicht aufgeben. „Ich habe nichts verbrochen, sondern bin Opfer eines Betruges geworden!“