Ein paar Einsätze, viel Rauch (und Nebel), sonst nichts

Ruhrgebiet..  Der Sonderpreis für Einfalt in der Silvesternacht geht in diesem Jahr an einen 24-jährigen Dortmunder. Er steckte gegen 22.50 Uhr am Hauptbahnhof einen Rauchtopf an und nebelte das ganze Gleis ein. Was er wirklich nicht ahnen konnte: Die Polizei bekam das auch mit, hielt den widerstrebenden jungen Mann fest und fand fünf Handfackeln, vier Rauchkörper und 46 nicht zugelassene, schwere Böller. Was folgt daraus? Eine Ermittlung wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz.

Mit Ausnahme der Tragödie von Vlotho (siehe „Panorama“) hat NRW, als es an Neujahr etwas später als sonst aufsteht, das ruhigste Silvester seit Menschengedenken hinter sich. Jedenfalls aus Sicht der Polizei: Sie vermerkt zwischen 18 und sechs Uhr 2756 „silvesterbedingte Einsatzanlässe“ – erstaunlich wenig für eine Nacht, in der Millionen Menschen mit einer heiklen Mischung aus Feuer und Alkohol hantieren.

Die 2756 Einsätze sind 20 Prozent weniger als 2013, und der Unterschied zu den Vorjahren ist noch größer. So kommt es, dass es (in Hattingen) sogar „eine Ente und ein Schwan mit Schädel-Hirn-Trauma“ zur Nachricht schafften, weil sie im Lärm irgendwo gegen flogen.

Auch die Feuerwehren hatten vergleichsweise wenig zu tun, freilich werden der Nieselregen und der dicke, feuchte Nebel manches Feuer verhindert haben. In Gelsenkirchen brannte es in zwei Häusern, in einem Fall waren Feuerwerkskörper auf einen Balkon geschossen worden: Die Einrichtung der Wohnung nahm Schaden, die Fassade gleichfalls. Bei einem Wohnungsbrand in Bottrop wurden zwei Menschen leicht verletzt, glimpflicher loderten Flammen in Duisburg und in Mülheim.

In Dortmund verletzten Böller zwei Menschen leicht: Ein Querschläger traf ein Kind, und eine junge Frau wurde beworfen. In Rheinberg suchte die Polizei die ganze Nacht einen 25-Jährigen, weil er angetrunken und halb nackt verschwunden war. Am Morgen tauchte er aber guter Dinge wieder auf.

In einer Oberhausener Gaststätte schließlich kam es gegen 2.50 Uhr zu einer Messerstecherei unter zwei Männern, sie verletzten einander schwer, aber nicht lebensgefährlich. Die Oberhausener Polizei führte das zu dem Fazit, das landestypisch war für diese Nacht: „Abgesehen von der Messerstecherei verlief die Silvesternacht ruhiger als im Vorjahr.“