Die Herausforderung für Mr. Emscher

Dr. Jochen Stemplewski.
Dr. Jochen Stemplewski.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Jochen Stemplewski leitet das Generationenprojekt Flussrettung von Beginn an. Den Abschluss wird er jedoch als Privatmann feiern.

Essen..  Jochen Stemplewski ist „Mr. Emscher“. Als Chef der Emschergenossenschaft (und des Lippeverbandes) leitet er den Umbau des Flusses von Anfang an. Der gebürtige Wuppertaler arbeitete als Richter am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen sowie als Oberstadtdirektor von Hamm, bevor er 1992 das Generationenprojekt übernahm. Den Abschluss wird er jedoch als Privatmann feiern; nächstes Jahr wird der „Bürger des Ruhrgebiets“ 67 und hinterlässt ein bestelltes Haus.

1992 stank die Emscher noch so richtig nach faulen Eiern. Was haben Sie gedacht, als man Ihnen auftrug, diesen Fluss wiederzubeleben?

Stemplewski: Dass es eine große Herausforderung ist! Der Emscher-Umbau ist für mich eines der symbolträchtigsten Projekte für den Strukturwandel in der Region. Aus Grau wird Blau – aus dem Hinterhof des Reviers wird sein neuer Vorgarten!

Großprojekt über zwanzig Jahre in der Spur

Was waren bisher die größten Hindernisse bei der Neugestaltung der Emscher?

Steigende Baupreise und mehrere Erhöhungen der Mehrwertsteuer kann man sicher als Hindernisse bezeichnen. Durch konsequentes Projektmanagement und ein stringentes Controlling haben wir es dennoch geschafft, unser Großprojekt auch nach über zwanzig Jahren finanziell in der Spur zu halten.

Was könnte noch schiefgehen bis 2020?

Vor äußeren Einflüssen sind wir natürlich nicht gefeit. Wir hoffen aber, dass etwa die Genehmigungen für die vielen Einzelprojekte ohne große Verzögerungen erteilt werden, so dass wir auch unseren ehrgeizigen Zeitplan in der Spur halten können.

Wagen Sie mal eine Prognose: Wie werden wir in 15 Jahren auf die Emscher schauen?

Wir werden sie nur noch als blauen Fluss mit grünen Ufern kennen – das „Neue Emschertal“ als das blau-grüne Herz des Reviers. Die „Köttelbecke“ wird der Vergangenheit angehören.