Der vielleicht beste Nachwuchs-Hacker Deutschlands

Oberhausen..  Henry Kohli mag Hürden. Egal ob drei Meter hohe Mauern oder eine Firewall: Der 19-jährige Oberhausener überwindet beides – wenn er als Parkours-Läufer Hindernisse erklettert oder als Hacker Passwörter knackt. Letzteres macht er so gut, dass er dafür nun in Berlin sogar eine Auszeichnung bekommen hat – als einer der Sieger des bundesweiten Wettbewerbs „Cyber Security Challenge“.

Einen Preis fürs Hacken? Dafür, dass man fremde Datenbanken ausspäht und Sicherheitsschranken umgeht? Ja! Es gibt schließlich nicht nur kriminelle Computer-Tüftler, die für den schnellen Euro Konten leerräumen oder Kundendaten an Dritte verkaufen. Es gibt auch solche, die genau das verhindern wollen und durch ihre Arbeit Firmen auf Sicherheitslücken aufmerksam machen.

Zu denen gehört auch Henry Kohli. Mit elf Jahren hat er sich zum ersten Mal intensiv mit einem Computer beschäftigt. Die Verbindung von Kreativität und Logik hat ihn schon immer fasziniert. Wie erschreckend einfach es ist, Systeme zu hacken, weiß er seit rund zwei Jahren. „Es war nicht besonders schwierig, an die Daten zu gelangen“, erinnert sich Henry Kohli an seinen ersten „Angriff“. Doch der Betreiber der Seite hatte Glück, an den 19-Jährigen geraten zu sein. Denn durch dessen Hilfe konnte das Sicherheitssystem verbessert werden.

Für die „Cyber Security Challenge“ hat sich Henry Kohli gegen rund 800 Mitbewerber durchgesetzt, die sich online um die Teilnahme an dem Wettbewerb beworben hatten. Verschiedene Aufgaben mussten sie erledigen, nur die Besten fuhren nach Berlin. Dort wurden Teams gebildet mit jeweils fünf Mitstreitern.

Bei den Schülern hat sich letztlich die Mannschaft um Henry Kohli durchgesetzt. Für die Sieger gab’s neben der Urkunde auch einen Laptop. Damit kann Kohli jetzt üben, bevor er das nächste Ziel in Angriff nimmt: die Hacker-Europameisterschaft in Bern. Ab Mai läuft die Online-Qualifikation.

Vorher gibt er aber noch ein paar Tipps, wie wir unsere Daten im Netz besser schützen können. Denn: „Jedes Passwort kann geknackt werden“, weiß der Fachmann. Die Frage sei nur, wie lange es dauere. Deshalb: Beim Herunterladen von Daten nie auf Werbe-Buttons klicken. „Dahinter verstecken sich oft Viren“, warnt Henry Kohli. Passwörter sollten frei erfunden sein und nicht im Duden stehen, Sonderzeichen, Groß- und Kleinschreibung und Zahlen seien immer gut.

Bleibt noch die Frage, was der 19-Jährige in Zukunft mit seinem Talent anstellen will. „Informatik studieren.“ Logisch.