Der Popstar der Ökonomie tritt ab

Athen..  Bei den Verhandlungspartnern in Brüssel wird so mancher aufatmen. Der als exzentrisch und schwierig geltende griechische Finanzminister Yanis Varoufakis ist zurückgetreten.

Er gab sich das Image eines Rebellen, cool, überlegen und durchtrainiert. In seinem Heimatland galt der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis als Popstar der Ökonomie. In den Augen der griechischen Boulevardpresse ist er der Mann mit dem James-Bond-Blick. Das Ego des 54-jährigen linken Wirtschaftsprofessors wird von Weggefährten als riesengroß beschrieben.

Mit seinen europäischen Amtskollegen geriet Varoufakis mehrfach scharf und heftig aneinander. Wenn er von anderen Ministern nach Zahlen gefragt wurde, wich er gern aus: „Lasst uns doch nicht so technisch werden.“ Stattdessen: Vorträge über die gemeinsame Zukunft Europas. Das trieb viele – allen voran Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble – fast zum Wahnsinn, berichten Augenzeugen der Gespräche in Brüssel.

Der gebürtige Athener ist viel in der Welt herumgekommen und international gut vernetzt. Er lehrte unter anderem im australischen Sydney, im schottischen Glasgow und zuletzt an der Universität von Texas in Austin (USA).

Varoufakis ist verheiratet und lebt mit seiner Frau in einem Penthouse im teuersten Stadtviertel von Athen unterhalb der Akropolis. Er hat eine Tochter aus erster Ehe. In einem seiner Bücher erklärt er seiner Tochter, die in Australien lebt, die Finanzen der Welt.

Im Internet betreibt Varoufakis seit Jahren einen populären englischsprachigen Blog.