Buchhalterin unterschlägt vier Millionen

Essen..  Eine 34-jährige Frau aus Ahaus hat als leitende Buchhalterin das Bottroper Marienhospital innerhalb von drei Jahren um fast vier Millionen Euro gebracht. Seit gestern muss sie sich vor dem Essener Landgericht unter anderem wegen Untreue in 34 Fällen verantworten.

Mit auf der Anklagebank sitzt ihr Ehemann (46). Er arbeitete zeitweise ebenfalls in der Klinik-Buchhaltung. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass er in 13 Fällen am Betrug beteiligt war und verantwortlich für die Veruntreuung von 1,1 Millionen Euro.

Die Angeklagte tarnte falsche Auszahlungen, einmal sogar 400 000 Euro an einem Tag, hauptsächlich als Rückzahlungen an Krankenkassen. Für eine Überweisung war das „Vier-Augen-Prinzip“ vorgeschrieben. Sie umging es jedoch, indem sie die EDV- Zugangsdaten von anderen Mitarbeitern nutzte. Das Geld landete auf den Konten zahlreicher Freunde und Verwandte, denen sie erklärt haben will, es sei Geld, von dem ihr Mann nichts wissen dürfe.

Die Angeklagte räumte die Taten ein und sagte: „Ich wollte mich finanziell absichern.“ Außerdem reize es sie, Grenzen zu überschreiten. Und sie helfe gern: Ein Freund zum Beispiel soll rund zwei Millionen Euro erhalten haben, um sein Haus zu renovieren.