Böller auf die Retter: Polizei beklagt Gewalt

Ruhrgebiet..  Nach Angriffen mit Böllern und Bierflaschen in der Silvesternacht klagen Feuerwehrleute und Polizei über zunehmende Gewalt und mangelnden Respekt. „Mittlerweile haben viele Einsatzkräfte Angst vor Angriffen bei solchen Einsätzen, etwa an Silvester oder Karneval“, sagte Christoph Schöneborn, Landesgeschäftsführer des Verbandes der Feuerwehren in NRW am Freitag. „Das sind zwar immer noch Einzelfälle, aber sie nehmen ganz klar zu.“

Von einer besorgniserregenden Tendenz spricht auch die Polizeigewerkschaft in Nordrhein-Westfalen (GdP). „Polizei und Rettungskräfte anzugehen, ist zu einer Art Volkssport geworden“, sagte GdP-Sprecher Stephan Hegger.

Zwischenfälle in Essen und Dortmund

Nach dem Jahreswechsel berichteten Polizei und Feuerwehr aus mehreren Städten über Angriffe. In Hagen ließ eine fliegende Bierflasche die Windschutzscheibe eines Rettungswagens zersplittern. Es bestehe der Verdacht, dass es sich um einen fingierten Notfall gehandelt habe, bei dem die Rettungskräfte gezielt angegriffen worden seien, sagte ein Polizeisprecher.

Ebenfalls in Hagen wurden zwei Polizeiautos mit Feuerwerkskörpern attackiert. Von Raketen, die in der Silvesternacht auf Krankenwagen geschossen werden, berichtet die Essener Feuerwehr. In Dortmund gingen Feiernde pöbelnd auf Polizeibeamte los und ließen Feuerwerkskörper in ihre Richtung fliegen.