Bande stahl sogar Schiffsschrauben

Duisburg..  Um Metalldiebstahl im großen Stil geht es seit gestern vor dem Duisburger Landgericht. Die Anklage wirft acht 24 bis 40 Jahre alten Rumänen Bandendiebstahl vor. 2012 sollen sie in Firmenhallen und abgestellte Lastwagen eingebrochen sein, um daraus vor allem Metall zu stehlen.

24 Taten listet die Anklageschrift auf. Nicht nur in Duisburg soll die Bande aktiv gewesen sein: Mit vielen unbekannten Mittätern sollen die Männer auch in Hamm, Gelsenkirchen, im sauerländischen Olpe und im Münsterland unterwegs gewesen sein.

In der Hälfte der Fälle flohen die Angeklagten allerdings ohne Beute, weil ihnen ein Wachmann oder ein Lastwagenfahrer dazwischenkam. So beispielsweise, als mehrere Täter sich Anfang Mai an einem in Mittelmeiderich abgestellten Lkw zu schaffen machten. Der Fahrer, der in seiner Kabine schlief, wachte auf, als die Plane seines Fahrzeugs aufgetrennt wurde. Die Diebe brausten davon.

Mehr Glück sollen die Angeklagten wenige Tage zuvor gehabt haben: Aus einem Lastwagen, der während der Nacht in Marxloh geparkt war, sollen einige von ihnen zehn große Barren Zinn erbeutet haben.

In der Regel sollen die Angeklagten mit einem oder mehreren Pkw und angemieteten Transportern unterwegs gewesen sein. Häufig waren die Zielobjekte zuvor ausgekundschaftet worden. Den größten Coup sollen die Täter am 28. April 2012 in einer Spedition gelandet haben. Dort sollen sie Nickel im Wert von 121 500 Euro erbeutet haben. Aus anderen Firmen verschwanden Kupferrohre oder -kabel.

Im Sitzungssaal herrschte gestern drangvolle Enge: Acht Angeklagte, neun Verteidiger, drei Dolmetscher und 16 Wachtmeister fanden nur mit Mühe Platz. Da einer der Angeklagten zur Tatzeit noch keine 21 war, findet der Prozess vor der Jugendkammer statt.