Unterwegs an den Wasserwegen des Ruhrgebiets

Foto: Stadt Waltrop
Was wir bereits wissen
Bei einer Wanderung rund um Waltrop gibt es viel zu entdecken. Der einzigartige Schiffsaufzug ist nur eine der Sehenswürdigkeiten, die man zum Teil auch vom Schiff aus entdecken kann. Oder möchten Sie vielleicht mal in einer alten Zeche einkaufen gehen?

Essen.. Ein Kaiser kommt nicht alle Tage. Daher war die ganze Gegend in hellem Aufruhr, als am 11. August 1899 Wilhelm II. samt Gefolge anrückte, um das nagelneue Schiffshebewerk einzuweihen, welches man heute das „Alte“ nennt.

Der einzigartige Schiffsaufzug ward schon seit 1897 genutzt. Dennoch hatte die Mannschaft in aller Frühe noch einen Probelauf durchexerziert, damit vor den Augen des Kaisers auch ja nichts schiefging.

Das ebenso imposante wie nützliche Bauwerk blieb nicht lange allein. Weil der Verkehr auf den Kanälen zunahm, ging 1914 eine Schleuse in Betrieb. Zwei Weltkriege später, mitten im Wirtschaftswunder, kam 1962 ein drittes Bauwerk hinzu, diesmal wieder ein Hebewerk.

Damit nicht genug. Am 11. August 1989 kam eine neue Schleuse hinzu, die als einziges der vier Bauwerke noch in Betrieb ist.

Vor allem der Bergbau war es, dem Kanäle, Schleusen, Kraftwerksschlote und Strommasten geschuldet sind. Für über ein Jahrhundert spülte er Menschen aus der Fremde in diese Gegend – und Geld in die Stadtsäckel. Auf Wiesen wuchsen Zechenhäuser, Rathäuser und Hallenbäder. Leider wurden auch Bachläufe eingeschalt, Wälder durchtrennt, Schlossruinen planiert.

Doch blieben viele hübsche Flecken, die unsere Wanderung zu einer Tour knisternder Gegensätze adeln.

Die Wanderroute

Startpunkt ist der Parkplatz am Schleusenpark 1. Am Oberwasser der Alten Schachtschleuse halten wir uns rechts, Richtung Altes Schiffshebewerk. Auf einer Brücke überqueren wir das Oberwasser des Alten Schiffshebewerks und folgen dem Uferweg des Dortmund-Ems-Kanals.

Wo rechter Hand ein Waldstück endet, steigen wir über die Treppe die Böschung hinab, überqueren die Straße „Am Felling“ und wählen geradeaus „In der Torfheide“, deren Knicken wir folgen. Danach biegen wir links in die Eschstraße ab. Wir bewegen uns nun in Castrop-Rauxel. Am Ende der Eschstraße geht es links weiter über die Kainhorststraße. Es geht rechts ab, Richtung Südosten. Am Ende der Straße folgen wir der Voerstestraße nach links, vorbei an den Siedlungshäusern.

Wir biegen rechts ab auf die Lohburger Straße und haben endlich wieder Wald vor Augen. Bei nächster Gelegenheit nehmen wir den Weg, der nach rechts in den Wald führt, „Am Rapensweg“. Hier sind wir endlich wieder vor Autos sicher.

An der Wegkreuzung wählen wir den Pfad links, um einen hübschen Laubwald zu durchqueren. Auf einer kleinen Brücke überschreiten wir den Herdicksbach. Das freie Feld ist nach der früheren Lohburg 2 benannt, einem Rittersitz, der 1611 erstmals in Urkunden auftaucht. Später lebte dort, bis 1750, der Rentmeister von Ickern. Von der Burganlage ist leider nichts erhalten geblieben. Heute gibt es an der Straße noch ein Gasthaus dieses Namens. Es geht ein Stück am Waldrand entlang, bevor wir wieder beidseits von Bäumen umgeben sind. Wir bleiben stets in unserer Richtung Nordnordost.

Der Weg wird immer undeutlicher und scheint sich bald ganz aufzulösen. Rechts steht ein Strommast. Doch wir bleiben weiter geradeaus, so es geht, bis wir vor uns an der Böschung eine Treppe erkennen. Sie führt hinauf zum Ufer des Dortmund-Ems-Kanals.

Am Kanal geht es links weiter bis zur Brücke. Wir überqueren die Brücke und gehen bis zur Straße. Der Straße (L 511) folgen wir nach rechts. Hinter dem Gasthaus biegen wir links ab. Hinter dem Bauernhof geht es links weiter. Der Weg schwenkt nach Nordwesten, führt durch ein Waldstück, vereinigt sich mit der Straße „Schwarzer Weg“ und biegt sich schließlich leicht nach links.

Wo der Schwarze Weg links abknickt, wenden wir uns nach rechts.

Gleich darauf wählen wir den Weg nach rechts. Wir biegen fürs erste nicht nach links ab, sondern bleiben in unserer Richtung. Der Weg dreht nach rechts und führt schließlich an die Bahnlinie Hamm-Osterfeld. Der 180 Meter hohe Kühl- und Abgasturm des neuen Eon-Kraftwerks, den wir bei unserer Tour kaum je ganz aus den Augen verlieren konnten, erhebt sich nun in seiner ganzen Größe vor uns. Seit das Oberverwaltungsgericht Münster am 3. September 2009 den Bebauungsplan wegen zahlreicher Planungsmängel für unwirksam erklärt hat, ist ungewiss, ob (und wann) das Kraftwerk ans Netz geht.

Vor der Unterführung halten wir uns links und bleiben auf dem Weg/Pfad in Nähe der Böschung. Kurz bevor wir den Dortmund-Ems-Kanal erreichen, wählen wir den Weg, der nach links die Halde 3 hinaufführt. Die Halde besteht aus Material, das beim Aushub des Kanals anfiel. Der Farbe des Bewuchses ist im Sommer anzusehen, dass es vermutlich belastet ist. Rechts liegt das Areal eines stillgelegten Zinkwerks. Immer in Wassernähe führt uns der Weg bis zur Recklinghäuser Str. (L 511). An der Straße biegen wir rechts ab. Wir überqueren die Straße und sind wieder am Ausgangspunkt unserer Wanderung. Insgesamt war unsere Tour knapp elf Kilometer lang.

Weitblick auf gebrauchten Materialien des Bergbaus

Die nach einer Idee des Künstlers Jan Bormann auf der Bergehalde Waltrop-Brockenscheidt entstandene Turmkonstruktion ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Bergbaugeschichte. Der aus sogenannten Spurlatten – Hartholzbalken, die im Bergbau zur Abstützung der Schächte dienen – gebaute Turm besteht hauptsächlich aus gebrauchten Materialien und bietet zwölf Meter über Haldenniveau einen wunderbaren Weitblick auf das östliche Ruhrgebiet.

Shopping-Tour auf Zeche Waltrop

Ein Versandhaus besuchen? Hört sich nicht gerade spannend an. Ist es aber! Jedenfalls in Waltrop, auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Waltrop. In einem Teil des 1903–1906 errichteten Hallenensembles, genauer gesagt im ehemaligen Werkstattgebäude, lädt die Firma Manufactum nicht nur zum Konsum, sondern auch zur besonderen Produktschau ein.