„Unter Tage“ einmal anders...

Foto: Stefan Ziese
Was wir bereits wissen
Es muss nicht immer ein Bergwerk sein, wenn man im Ruhrgebiet unter die Erdoberfläche schauen möchte. Die uralten Höhlen mit ihrem wohltuenden Heilklima und aufregenden Abenteuertouren sind mehr als nur Löcher in Bergen. Sie sind eine eigene Erlebniswelt unter Tage.

Essen.. Wer von „unter Tage“ hört, denkt wohl als erstes an Kohlestollen, Schächte, dicke Luft und jede Menge Lärm. Doch es gibt auch noch ein ganz anderes „unter Tage“, eines, in dem viel Ruhe herrscht und die Luft angenehm rein ist. So rein sogar, dass sie auf den menschlichen Organismus eine heilende Wirkung ausübt. Gemeint ist die Kluterthöhle in Ennepetal, eine der größten Natur- und Schauhöhlen Deutschlands mit über 300 Gängen und, nach bisherigem Stand der Vermessungen, von fast 5.500 Metern Länge, mit einer Höhendifferenz von ca. 35 Metern.

In der Höhle, die vor etwa 370 Millionen Jahren entstanden ist, befinden sich unterirdische Seen, Bäche, Fossilien und mehr als 100 verschiedene Tierarten. Seit 1954 ist die Kluterthöhle ein anerkanntes klimatisches Heilzentrum, nachdem festgestellt worden war, dass besonders Asthmatiker nach längerem Aufenthalt in der Höhle eine spürbare Linderung ihrer Atemnot erfuhren. Die Kurverwaltung Kluterthöhle bietet sogar ein spezielles und individuelles Programm zur Raucherentwöhnung an. Auch bei Heuschnupfen, Keuchhusten und Hautallergien konnte eine ähnlich heilende Wirkung beobachtet werden. Auslöser ist die sehr hohe relative Luftfeuchtigkeit in der Höhle sowie das Fehlen von Pollen und Sporen. In der Höhle herrscht eine konstante Temperatur von 10 Grad Celsius. Seit 1996 befindet sich in Reichweite der Höhle ein Therapiezentrum. Die Kluterthöhle ist öffentlich zugänglich, Führungen finden täglich statt. Dabei ist die Bandbreite der neben den Normalführungen groß: Für Kinder zwischen vier und sieben Jahren gibt es „Schatzsuchen“, bei denen die Hinterlassenschaften des kinderlieben König Kluti ausfindig gemacht werden sollen. Ein besonderes Angebot sind die Erlebnisführungen. Diese Touren gehen überwiegend durch unbeleuchtete Gänge. Nur mit Taschenlampe und Helm ausgerüstet werden Kinder (ab acht Jahren), Jugendliche und Erwachsene abseits des normalen Führungsweges durch die Höhle geführt. Auf dieser speziellen Route muss teilweise geklettert oder auf dem Bauch liegend durch Engstellen gekrochen werden. Die Führung dauert ca. 1,5 Stunden. Alte Kleidung und Gummistiefel werden dringend empfohlen. Durch teils völlig unbeleuchtete Höhlenbereiche führen die „XX-treme-Touren“, bei denen die Teilnehmer 80 Meter unter der Erde schwierige Kletteraufgaben bewältigen müssen und dabei ihre körperlichen und mentalen Grenzen kennen- und zu überwinden lernen.

Atta-Höhle: Tropfsteine, Höhlenkäse und Grotte

Hunderttausende steigen jährlich durch den 80 Meter langen Zugangsstollen hinunter in die farbenprächtige Welt von Stalaktiten, Stalagmiten und Stalagmaten in der Atta-Höhle. Sie stellt das größte zusammenhängende Höhlensystem Deutschlands dar. Die Atta-Höhle ist nicht nur wegen ihrer Tropfsteingebilde einmalig. In der Höhle reift Deutschlands einziger Höhlenkäse. 300 bis 400 Käselaibe lagern auf Vorrat in der Höhle. Sie werden einmal pro Woche mit Salzwasser abgewaschen. 50 Meter unter der Erde befindet sich die Gesundheitsgrotte, deren völlig staub-, keim-, allergen- und ozonfreie Luft gegen Asthma, chronische Bronchitis, Neurodermitis sowie gegen Heuschnupfen und Schlafstörungen helfen soll.

Meeresluft atmen im Ruhrgebiet

Gletschergrotte, Kapelle, Laubengang, Orgelgrotte, Grufthalle und Nixengrotte – die vielen Pfade und Grotten der Dechenhöhle haben im Laufe der Zeit ihre ganz eigenen Namen bekommen. Und alle haben sie eine besondere Bedeutung. So haben sich z.B. auf dem Boden eines Teiches tausende kleiner Calcitkristalle gebildet. Das Prachtstück der Palmengrotte ist dagegen eine 2,80 Meter hohe „Palmensäule“. Und für den schaurig-schönen Namen „Grufthalle“ ist ein umgestürzter länglicher Tropfstein verantwortlich, dessen Form an einen Sarg erinnert.

Die verwunschenen Orte der Dechenhöhle

Wer hätte gedacht, dass man gesunde Küstenluft auch im Ruhrgebiet atmen kann! Gleich mehrere Salzgrotten laden ein zum Inhalieren reiner Luft in einem mineralstoffreichen Seeklima. Ob Kristallsalze aus dem Himalaya oder aus dem Toten Meer − die Luftreinheit stärkt das Immunsystem.


Salzgrotte Dortmund

Westfalendamm 275

44141 Dortmund

Tel. 0231/4277147

www.salzgrotte-dortmund.de

Salzgrotte Salina Vita

Kolpingplatz 2

46236 Bottrop

Tel. 02041/4789876

www.salzgrotte-bottrop.de

Salzgrotte Essen

Gutenbergstraße 17-19

45128 Essen

Telefon 0201/7474884

www.salzgrotte-in-essen.de

Salzgrotte im Bunker

Nienkampstr. 44

45896 Gelsenkirchen

Tel. 0209/370043