Pilgern im Pott - Von Kirche zu Kirche

Foto: Stefan Ziese
Auch wenn man als Ruhrgebiets-Bürger lokal nicht unbedingt klassisch pilgern kann, gibt es viele Kirchen die einen Besuch wert sind und Übernachtungsmöglichkeiten bieten. Wir stellen verschiedene Touren vor, die Sie von ihren Startpunkten aus durch das Revier führen. Zwischen Duisburg und Dortmund gibt es viel zu entdecken.

Essen.. Pilger/innen (lateinisch: Peregrini) waren einst (im Mittelalter) diejenigen, die das Grab des heiligen Jakobus in Santiago de Compostela/Spanien besuchten. Heute wird das Wort Peregrini für alle Pilger, unabhängig von ihrem Pilgerziel, verwendet.

Pilgernde brachen auf in die Welt. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich dann das Pilgern zu heiligen Orten. Es gab die Vorstellung, dass Gott an bestimmten Orten besonders geneigt sei, die Bitten der Gläubigen zu erhören.

„Pilgern im Pott“ geht diese traditionellen Wege nicht, sondern bewegt Sie vor Ihrer eigenen Haustür, im eigenen Alltag, von Kirche zu Kirche. Diese sind keine traditionellen Pilgerkirchen, sondern evangelische so genannte „verlässlich geöffnete Kirchen“. Geöffnet, weil diese wundervollen Innenräume allen Menschen zugänglich sein wollen: als Raum des Glaubens, Zeugnis der Kultur, Ort zum Ankommen, Ort zum Losgehen und Ort der Konzentration und Kontemplation. Dafür sind diese Orte da – für Sie!

Tour 1

Duisburg, Salvatorkirche nach Essen-Frintrop, Gnadenkirche.

Die Salvatorkirche (1) verlassen Sie entlang Brüderstr. / Am Flachsmarkt, über den Vorplatz des Kultur- und Stadthistorischen Museums bis zum Innenhafen. Hier rechts später den Innenhafen auf kleiner Brücke überqueren und der Max-Peters-Str. folgen. Von dieser links in den Ruhrdeich einbiegen, am Stauwehr (2) rechts die Ruhr überqueren und den Ausschilderungen des EPR folgen.

Im Oberhausener Stadtteil Altstaden folgt der EPR von der Kewerstr. kommend der Hiberniastr. (3) bis zur Landwehr, dort weiter dem EPR folgen.

Um zur Gnadenkirche zu kommen, den EPR (4) in Mühlheim-Dümpten verlassen. Sie folgen Leppkesfeld und Dümptenerstr. und biegen rechts in die Oberhausener Str., von hier links in die Heilstraße, die Frintroper Str. überqueren, in den Höhenweg und sofort rechts in den Erlenhagen, von hier bis zum Donnerberg, dort links einbiegen, die Kirche (5), die an der Pfarrstr. liegt, ist hier schon zu sehen.
– Evangelische Gnadenkirche, Pfarrstraße 10, 45357 Essen
– Öffnungszeiten: täglich 10–19 Uhr (Sommer: bis 21 Uhr)
– Gottesdienst: So 10 Uhr
– Kontakt Gemeinde Dellwig–Frintrop–Gerschede, Pfarrstraße 10, 45357 Essen, Tel. 0201 / 603941 (Küsterin Edelgard Schmidt), Tel. 0201 / 607273 (Pfarrer Fritz Pahlke), pahlke@cne-dsl.de, www.gemeindedfg.de
– Pilgerbegleitung: In Überlegung und Planung. Bitte im Gemeindebüro erfragen.
--Kirchenführung: Bitte im Gemeindebüro erfragen.
– Sanitäre Einrichtungen: WC (Kirchenöffnungszeit)
– Übernachtung: Nach Absprache im Kirchraum auf dem Boden. Hotel „Haus Gimken“, Schloßstr. 182, 45355 Essen, Tel. 0201/867080, www.hotelgimken.de. Hotel Wilhelmshöhe, Im Wulve 2, 45359 Essen, Tel. 0201/606404, www.wilhelmshoehe-hotel.de

Tour 2

Bochum-Harpen, St. Vinzentiuskirche nach Dortmund Innenstadt, St. Marienkirche.

Von der St. Vinzentiuskirche (1) laufen Sie bis zum Harpener Hellweg, diesem folgen Sie rechts und biegen links nach Haus Holte (2) ab (Hinweisschild Radweg nach Dortmund-Wischlingen). Im Wäldchen geradeaus halten, auf dem freien Feld der scharfen Linkskurve des Weges folgen, in Sichtweite der ersten Häuser an kleiner Wegkreuzung rechts, am Friedhof (3) vorbei, der links liegt. An einer kleinen Reithalle in der Nähe der Kirchharpener Str. trifft man auf den EPR, diesem bis zum Revierpark Wischlingen (4) folgen. Hier nicht Richtung Haus Wischlingen, sondern rechts halten, am Park entlang, vorbei am See des NSG Hallerey Richtung Schwimmbad / Freizeithaus.

Von hier entweder mit der S-Bahn nach Do-Hbf: Diesen durch den Haupteingang verlassen, den Königswall überqueren und geradeaus über die Treppen in die Innenstadt in den Westenhellweg (Fußgängerzone). Dort liegt links die St. Marienkirche.

Oder zu Fuß: Über den Parkplatz vor dem Schwimmbad den Revierpark verlassen. Unter der S-Bahn-Unterführung der Höfkerstr. folgen, rechts abbiegen in Dorstfelder Allee / EW. Am Dorstfelder Hellweg links den Fahrradschildern Richtung Dortmund Zentrum folgen, von der Rheinischen Str. rechts in die Ottostr.,links in die Beuthstr., rechts die Bahn überqueren in die Lange Str., dieser am Westpark (5) vorbei folgen bis Hoher Wall, diesen überqueren, am Ende des Westenhellweg liegt die St. Marienkirche (6).

In unmittelbarer Nähe zur Marienkirche in Dortmund liegen die St. Petri- und die St. Reinoldikirche.
– Evangelische St. Marien-Kirche, Ostenhellweg 3, 44135 Dortmund
– Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr: 10-12 und 14-16 Uhr, Do 10-12 und 14-18 Uhr, Sa 10-13 Uhr
– Gottesdienst: So 10 Uhr, 11.30 Uhr Kindergottesdienst während der Schulzeit
– Kontakt: Evangelische St. Marien-Kirchengemeinde
– Kleppingstraße 5, 44135 Dortmund, Tel. 0231/526548, www.st-marien-dortmund.de
– Kirchenführung: Kirchenführerin Brigitte Steinert, kirchenfuehrung@st-marien-dortmund.de
– Übernachtung: Kolpinghaus, Silberstr. 26, 44137 Dortmund, Tel. 0231 / 1811158

Idyllisch gelegene Kostbarkeit

Die evangelische Stiepeler Dorfkirche ist vermutlich das älteste Baudenkmal Bochums. Über ein Jahrtausend reicht die Geschichte der Kirche zurück, als im Jahre 1008 Gräfin Imma von Stiepel das Gotteshaus errichten ließ. Im 12. Jahrhundert wurde die Kirche dann als romanische Basilika völlig neu gebaut. Ihre jetzige Form als Hallenkirche erhielt sie vermutlich gegen Ende des 15. Jahrhunderts. Bei Restaurierungsarbeiten in den 1950er und 60er Jahren wurden Wand- und Deckenmalereien von unschätzbarem Wert freigelegt. Weitere Kostbarkeiten sind ein Taufbecken aus dem 14. Jahrhundert sowie ein spätgotisches Sakramenthäuschen aus dem 15. Jahrhundert. Auf dem Kirchhof befinden sich zahlreiche alte Grabsteine, deren Anfertigung bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht.

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