Hausboote und Wikinger - Unterwegs an und auf der Ruhr

Foto: Grüne Flotte
Was wir bereits wissen
Bei den steigenden Temperaturen wünscht man sich oftmals an einen Ort mit Zugang zum kühlen Nass. Wir zeigen, wo man in den Sommerferien in den Genuss einer Abkühlung kommen kann und sich sogar noch sportlich betätigen kann. Es gibt viele Möglichkeiten, an der Ruhr seine Freizeit zu verbringen.

Den „Ruhris“ muss man es sicher nicht mehr sagen, aber vielen anderen Menschen in Nordrhein-Westfalen schon: das Ruhrgebiet bietet eine große Fülle an Freizeitmöglichkeiten. Einige der schönsten finden Ausflügler an und auf der Ruhr. Lange Zeit als schmutziges Industriegewässer verschrien, ist die Ruhr mittlerweile so sauber, dass selbst die empfindlichen Lachse in dem Fluss wieder laichen. Wer die Ruhr nicht nur vom Ufer aus erleben will, kann auch die Perspektive wechseln – der Blick vom Wasser auf die vorüber ziehende Landschaft ist gleichsam reizvoll.

Fahrten mit der „Schnecke“

„Escargot“ ist französisch und heißt Schnecke. Und wenn man die Hausboote betrachtet, die sich im Schneckentempo über die Ruhr bewegen, weiß man, woher der Name kommt. Das Originelle an den Booten ist, dass sie mit Muskelkraft betrieben werden. Genau genommen wird gestrampelt wie beim Fahrrad. Das geht dann zwar recht langsam voran, aber umso intensiver ist der Landschaftsgenuss. Denn während das Haustretboot gerade einmal drei bis vier Kilometer pro Stunde zurücklegt, lassen sich die Wiesen und Auen, tierischen und menschlichen Bewohner des Reviers ausgiebig betrachtet.

Und das Schönste an den Flussfahrten ist, dass der Ausblick ständig wechselt. Auf romantische Dörfer folgen bedeutende Metropolen. Auf weidende Kühe, brütende Wasservögel. Zudem trägt die bewusste Entschleunigung wesentlich zur Erholung bei. Wie bei Hausbooten üblich kann man auch auf der „Escargot“ schlafen und kochen. Die Kabine der Standardausführung bietet Platz für vier Personen. Mittlerweile gibt es auch die „Escargotplus“ und „Escargotvitesse“. Hier finden Urlauber mehr Platz und einen stärkeren Hilfsantrieb vor. Muskelkatergeplagte wissen Letzteres zu schätzen. Drei Tage inklusive Übernachtung kosten bei der Grünen Flotte ab 305 Euro.

Rudern wie die Wikinger

Weiteres Wasservergnügen auf der Ruhr bietet das so genannte „MüWi“ – ein Wikingerboot. Allerdings muss man sich dabei heute fast genauso ins Zeug legen, wie früher die Eroberer aus dem hohen Norden. Denn bei dem „MüWi“ handelt es sich um einen originalgetreuen Nachbau eines alten Wikingerschiffs. Das Ruderboot ist zwölf Meter lang und wird bevorzugt von Firmen, Vereinen und Freundeskreisen angemietet. Die maximal 14 Insassen paddeln dann unter Anleitung eines erfahrenen Bootsführers auf dem malerischen Streckenabschnitt zwischen Essen-Kettwig und dem Mülheimer Wasserbahnhof.

Die klassische Tour dauert etwa vier Stunden und kostet 325 €. Und geteilt durch die Anzahl der Ruderer klingt die Summe mit rund 23 Euro nicht mehr ganz so hoch. Für weniger geübte Ruderer gibt es seit kurzem auch Touren, die nur zwei bzw. drei Stunden dauern und entsprechend günstiger sind. Ganz neu ist eine Fahrt in der Abenddämmerung, bei der das Boot kunstvoll beleuchtet wird.

Die spannende Welt des Wassers im Aquarius

Ist doch selbstverständlich: Wasser kommt aus dem Wasserhahn! Ist das so einfach? Und warum haben die Menschen in vielen Ländern nicht genug Wasser? Das Aquarius Wassermuseum erzählt jede Menge spannende Geschichten zum nassen Element. Im 1982 stillgelegten Styrumer Wasserturm wird das „Vertraute“ auf 14 Ebenen in 30 Stationen in allen Facetten vorgestellt – multimedial, mit etlichen Computersimulationen, Filmen und Spielen.

Naturkunde vor Ort im Haus Ruhrnatur

Spannende Naturgeschichte gibt es auch nebenan zu entdecken. In 32 Ausstellungseinheiten vermittelt das Haus Ruhrnatur u.a. ökologische Zusammenhänge des Ruhrtals. Graureiher (der wieder ins Ruhrtal zurückgekehrte Wappenvogel des Hauses) statt grauer Theorie, lebensnahe Naturerlebnisse statt virtueller Exotik.

Gesunder Wasserspaß im Naturfreibad Styrum

Zurück zur Natur, das ist die Devise des 2006 eröffneten Bades, das das alte, konventionelle Freibad ersetzt. Die früheren Schwimmbecken wurden komplett saniert – ohne Kacheln und Chlor kann jetzt das Badevergnügen genossen werden. Die Sandbecken sind mit Schilf bewachsen, deren Reinigung ganz naturnah verläuft: Es wird mehrmals täglich durch einen großen Filter aus Kies und Pflanzen gepumpt. Neben den naturbelassenen Fluten locken der Zehnmeter-Sprungturm im rot-weiß gestreiften Look, Beachvolleyball, Basketball und Klettermöglichkeiten sowie der Beachside-Club.

Südseeträume im Seaside Beach Baldeney

Südseeurlaub unter Palmen, Cocktails im feinsten „Karibik“-Sand? Derartige Träume sind nicht unbedingt mit weiten Reisen verbunden. Ein Kurztrip zum Essener Baldeneysee tut’s auch. Dort bezaubert einer der schönsten Beach Clubs Deutschlands mit einem 250 Meter langen Traumstrand, mehr als 100 Palmen, drei „Südsee“-Bars und der Cocktailbar „Santa Cruz“, die in ein gestrandetes Segelboot integriert ist. Beach-Volleyball, Soccer und Grillplätze gibt es außerdem.