Anklage: Vater misshandelte Säugling

Essen..  Der Junge kann nicht reden über die Nacht, in der er als vier Monate alter Säugling in seinem Kinderbettchen übel misshandelt wurde. Seine Eltern könnten reden, erinnern sich vermutlich an jede Sekunde. Doch vor dem Landgericht Essen, wo der 30 Jahre alte Vater wegen Kindesmisshandlung angeklagt ist, schweigen die Gelsenkirchener.

Nach der Tat vom 11. April 2012, die der Säugling nur dank ärztlicher Hilfe auf der Intensivstation überlebte, kam der Junge zu Pflegeeltern. Seine Eltern haben ein weiteres Kind, das im vergangenen Jahr zur Welt kam. Das Jugendamt ist eingeschaltet, der Vater darf das Kind nur unter Aufsicht sehen.

Vor der Jugendschutzkammer wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, sein Kind mit Faustschlägen ins Gesicht verletzt zu haben, weil es abends während eines Fußballspiels geschrien hatte. Er soll den Jungen auch gewürgt und geschüttelt haben. Zahlreiche Blutergüsse, auch ältere, sowie Einblutungen in Hirnhaut und Auge stellten die Ärzte fest.

In früheren Vernehmungen hatte der Angeklagte gesagt, er habe sein Kind trösten wollen und sich dabei auf das Kinderbett gesetzt, das eingestürzt sei. Auch gegen die Mutter hatte die Staatsanwaltschaft ermittelt, das Verfahren aus Mangel an Beweisen aber eingestellt.