Acht Peiniger vor Gericht

Düsseldorf..  Angeblich sollte dem Mann nur eine Lektion erteilt werden, doch er wurde laut Anklage sechs Tage lang festgehalten, gefoltert und ausgeraubt. Deshalb stehen seit Dienstag sieben Männer und eine Frau vor dem Düsseldorfer Landgericht. Erpresserischer Menschenraub lautet der schwerwiegendste Vorwurf. Darauf steht für Erwachsene eine Haftstrafe zwischen fünf und 15 Jahren.

Die Anklage beschreibt das Martyrium, das der 43-Jährige im Oktober in Düsseldorf und Wuppertal durchlitten hat: Demnach wurde er mit einem Elektroschocker gequält, mit Schlagstöcken verprügelt, mit einem Teppichmesser geschnitten. Sein Konto wurde geplündert, sein Auto verkauft, die Möbel verschwanden aus der Wohnung.

Auf freiem Fuß sind der Jüngste, 20 Jahre alt, und die einzige Frau aus der Gruppe. Die 33-Jährige ist die Schwester von zwei Angeklagten. Sie soll ihre Brüder angestiftet haben, ihrem 43 Jahre alten Bekannten eine Lektion zu erteilen, weil er sie bei einer Wohnungsbesichtigung geschubst habe. Sie hatte aber auch die Vermisstenanzeige erstattet, die den Fall ins Rollen brachte. Laut Staatsanwalt wurde das schwerverletzte Opfer nach sechs Tagen unter Drohungen freigelassen.