85-Jähriger tötet schwerkranke Ehefrau aus Verzweiflung

Bonn..  Heute fällt am Landgericht Bonn das Urteil gegen den 85-Jährigen, der im November vorsätzlich gegen einen Baum raste. Er wollte seine kranke Frau und sich töten.

„Ich hatte ihr versprochen, sie niemals alleine zu lassen“, erklärte der alte Mann vor Gericht. Doch ihm seien die Kräfte ausgegangen, seine eigene Gesundheit hatte sich verschlechtert. Er fürchtete, sein Versprechen nicht mehr halten zu können. Und entschied sich für eine Suizidfahrt. Während er überlebte, erlag seine Frau ihren Verletzungen.

Der Staatsanwalt hat dem 85-Jährigen heimtückischen Mord vorgeworfen. Doch noch während der Verhandlung wurde der Vorwurf fallen gelassen. Der Vorwurf lautet nun „Totschlag“. Eine Bewährungsstrafe scheint möglich.

Die Frau, mit der er 60 Jahre verheiratet war, war seit Jahren ein Pflegefall; seit Sommer 2013 wurde sie zudem rapide dement und hatte Angstzustände. In den Tagen vor der Suizidfahrt hatte auch der herzkranke Angeklagte körperliche Probleme, eine Augen- und eine Aorta-Operation standen an: „Ich hatte Angst, vollständig zu erblinden und ebenfalls dement zu werden – und meine geliebte Frau nicht mehr pflegen zu können.“

Der gemeinsame Tod schien ihm damals die einzige Lösung.