64 Opfer aus NRW - viele Städte an Rhein und Ruhr trauern

Die Absturzstelle der Germanwings-Maschine in den französischen See-Alpen.
Die Absturzstelle der Germanwings-Maschine in den französischen See-Alpen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Von den Opfern des Flugzeugabsturzes in Frankreich kamen sehr viele aus Nordrhein-Westfalen. Nach und nach werden ihre Geschichten bekannt.

Essen.. Nach Auskunft der Düsseldorfer Landesregierung vom Donnerstag kamen 64 der Unglücksopfer von Flug 4U 9525 aus Nordrhein-Westfalen. Nach und nach werden ihre Geschichten bekannt.

Flugzeug-Katastrophe Weit über die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus bewegt inzwischen der Tod von 16 Schülern und zwei Lehrerinnen aus Haltern die Menschen. Die Gruppe vom Joseph-König-Gymnasium war zu einem Schüleraustausch in der Nähe von Barcelona.

Eine 38-jährige Dinslakenerin und ihr Bruder sollen die Reise ihren Eltern schon im vergangenen Jahr geschenkt haben. Doch die Mutter starb in der Zwischenzeit, und die Tochter begleitete den Vater (66) an ihrer statt. Der Anlass war sein Geburtstag am 21. März.

Drei Opfer stammen aus Dortmund: Maik K. war als Flugbegleiter eingesetzt und stand kurz vor dem Abschluss seiner Ausbildung zum Verkehrspiloten. Das bestätigte das Mallinckrodt-Gymnasium, wo er 2010 sein Abitur ablegte. Er soll sich schon als Schüler sehr für die Fliegerei interessiert haben.

Das Ehepaar Sabine und Manfred J. saß bis 2014 für die Grünen in der Bezirksvertretung von Dortmund-Mengede, er als stellvertretender Bezirksbürgermeister. Manfred J. war auch freier Künstler und arbeitete als Dozent an der Fachhochschule im Objekt- und Raumdesign.

Auch seine letzte Reise galt der Kunst: Das Paar war zu einem Treffen des Künstlerbundes Schlaraffia Truymannia nach Barcelona gereist. Es dauerte eigentlich einen Tag länger, aber die beiden verkürzten, um rechtzeitig zum Geburtstag ihrer Mutter wieder daheim zu sein.

Marokkanisches Ehepaar aus Duisburg-Hochfeld

Jürgen und Claudia D. aus Mülheim – „ein Paar im besten Alter“, sagen Freunde – hatten ein langes Wochenende in Barcelona verbracht. Der Fotograf und seine Frau hatten den Verein Art Obscura, ein integratives Kulturprojekt, mitbegründet. Auch eine junge türkische Frau aus Styrum war auf dem Flug.

Ein marokkanisches Ehepaar aus Duisburg-Hochfeld ist ebenfalls tot; ob es sich um das Paar handelt, das laut der französischen Zeitung "Le Figaro" erst vor drei Tagen geheiratet hatte, ist nicht bestätigt. Oberbürgermneister Sören Link reagierte tief betroffen.

Der Pilot selbst stammt aus Düsseldorf-Gerresheim. Insgesamt beklagt die Stadt wahrscheinlich zehn Opfer. Neben dem Opernsänger Oleg Bryjak (Bericht Kulturseite), auch eine Mitarbeiterin der Arbeiterwohlfahrt und eine Angestellte des Henkel-Konzerns. Bryjaks Kollegin Maria Radner, ihr Mann und ihr Kind lebten in Wuppertal.

Zur Crew der abgestürzten Germanwings-Maschine gehörte auch eine Flugbegleiterin aus Lünen, die erst vor wenigen Monaten nach Essen gezogen war. Sie war 26 Jahre alt.

Auch bei ThyssenKrupp trauert man um einen Mitarbeiter, seine Herkunft ist unklar. Ebenso hat Bayer in Leverkusen einen Mitarbeiter verloren, und Kao Chemicals aus Emmerich zwei. Das Detmolder Elektronik-Unternehmen Weidmüller trauert um drei spanische Mitarbeiter. Auch ein Ehepaar aus Neuss ist gestorben: Er arbeitete als Taxifahrer und Fußballtrainer.

Absturz In Meerbusch hinterlässt ein Ehepaar ein Mädchen im Grundschulalter und einen Jungen an einer Gesamtschule. Fünf Todesopfer sollen aus Porta Westfalica kommen.

Weitere Opfer stammen aus Rheinland-Pfalz (4), Niedersachsen (2), aus Spanien (etwa 35), Großbritannien (3), Kasachstan (3). Aus Australien, Argentinien und Iran, Japan, Kolumbien und Venezuela kommen je zwei Opfer. Je ein Opfer stammte aus den Niederlanden, Dänemark, Belgien, Türkei, Marokko, Mexiko und Israel.