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Schwankungen am See

10.08.2012 | 17:17 Uhr
Schwankungen am See

Dortmund.   Die Macher des neuen Dortmunder Tatort müssten schon mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn sie sich diesen Schauplatz entgehen ließen, in Hörde rund um den Phoenixsee. Wir ließen unseren Blick schweifen vom „Treppchen“ – ein Restaurant mit Geschichte.

Hinten der Phoenixsee, dazwischen riesige Kräne, rechts die Wasserburg Hörde. Und wir sitzen im zweitältesten (die Burg ist älter) Gebäude der Gegend. Strukturwandel in allen Farben. Hier Fachwerk, ein paar Meter weiter Glas und Stahl.

Bisschen kalt neulich, aber draußen möchte man bei den Perspektiven dann doch bleiben. Das alte Schätzchen ist das „Treppchen“ in Hörde. Von 1763 sind die Grundmauern, eine Institution. Drinnen urtümelt es immer noch schön, der Biergarten mit ein paar Strandkörben gibt sich lockerer.

So sehr wir dieses pittoreske, wenn auch nicht klassisch schöne Plätzchen mögen: In der Küche könnte es noch treppauf gehen. Manches kam uns etwas hilflos vor, anderes hätte mehr Ehrgeiz verdient. Die Salatblättchen, die ein solides Lachs-Carpaccio (10,90) begleiten, sind sichtlich schlapp und dürften auch an besuchsschwachen Tagen nicht auf den Teller. Der deutlichen Frage nach „knusprigen“ Rosmarinkartoffeln kommt die Küche nicht nach. Die Erdäpfel sind weich, dafür aber zu dunkel gebraten. Und selbst wenn das Herz der meisten Köche nur schwach fürs Fleischlose schlägt: kosten sollten sie schon. Die „Gemüsefrikadelle“ (12,90) ist an Aromenarmut kaum zu unterbieten. Auf gute Qualität treffen wir bei der zarten Kalbsleber (13,90 Euro), die ein sehr gutes Kartoffelpüree begleitet. Wundervoll nuancenreich: die Fencheltomaten zum Frikadellenflop. Seltsame Schwankungen, hoffentlich die Ausnahme.

Zum Treppchen, Faßstraße 21, 44263 Dortmund, Tel. 0231 7993749

www.treppchen-dortmund.de

Preise: Im Prinzip fair. Wochentags Mittag: schneller Teller für 6,90€

Ambiente: Drinnen echt urig, wenn auch mit kräftigem Küchenduft. Biergarten mit leicht vertrockneten Blumen

Service: Uns umsorgte Lisa. Strahlend, zugewandt, hilfsbereit. So soll es sein!

Lars von der Gönna

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