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02.11.2012 | 18:00 Uhr
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Dortmund.   Wer ein gutes Stück Fleisch essen möchte, ist im Restaurant Rodizio in Dortmund schon richtig. Doch wer auch Wert auf die anderen Stückchen legt, die ein gutes Essen erst besonders machen, der lässt lieber woanders braten.

Wenn Du Glück hast“, sagte mir unlängst ein Freund, „sind im Rodizio auch BVB-Spieler. Manchmal sogar Spielerfrauen.“ Ein seltsamer Satz. Erstens habe ich nie Glück, zweitens würde ich es nie mit der Gegenwart von Fußballspielern in Steakhäusern verbinden, drittens kenne ich keine, nicht mal ihre Frauen. Höchstens Gaby Schuster, aber die ist so alt wie das Wunder von Bern.

Schon die Lage des Rodizio („das südamerikanische Restaurant“) in Dortmund ist kurios. Wie das Gastro-Glück amerikanischer Vorstädte liegt das Lokal auf einem Parkdeck. Links eine Pflege-Residenz, gegenüber ein Autoverkäufer. Im Innern verdrängen diese nur bedingt südamerikanische Umgebung allerhand Stimmungsmacher. Dazu zählen reichlich Rinderhörner an den Wänden und ein Kunststoffkrokodil.

Was Fußballer hier ordern, ist klar: Fleisch. Auch jeder andere Gast tut gut daran, es so zu halten. Die Steaks sind wirklich von bestechend guter Qualität. Ihr Fleisch ist edelmürbe, ein Grill gibt ihnen Wildnis für die Zunge mit. Sehr gut! Doch alles andere schwächelt in einer Weise, die den Preisen kaum gerecht wird.

Gefriertrocknungspetersilie als Tellerdeko

Das fängt an mit der lieblosen Gefriertrocknungspetersilie als Tellerdeko, endet mit einem Walnusseis, das nach Kühlfach schmeckt, und gipfelt in der Frage, warum ein so großer Laden nicht den Ehrgeiz aufbringt, eine eigene Barbecue-Sauce auszutüfteln. Wäre das nicht wundervoll? Hier aber warten Saucen aus der Plastikpulle. Und Bearnaise wie Hollandaise schmecken nach den kleinen Tetrapaks, die Spargelbauern im Regal haben.

Steakhouse Rodizio, Rosemeyerstr. 2-4, 44137 Dortmund

Tel: 0231-1063735

www.steakhouse-rodizio.com

Preise:  . . . gehen bei den Steaks angesichts der Qualität in Ordnung. Beilagen weniger erfreulich, siehe Text.

Ambiente: Für Freunde gediegener Adressen weniger toll. Wintergartenstil mit Nippes und betonierter Außenfläche.

Service: Routiniertes Team am Werk. Zwar nicht gleichgültig, aber auch nicht auffallend engagiert.

Lars von der Gönna

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2012-11-02 18:00
Restaurantkritik