Das aktuelle Wetter NRW 20°C
Bahn

Regionalverband beklagt Verkehrssituation im Ruhrgebiet

17.11.2011 | 21:24 Uhr
Regionalverband beklagt Verkehrssituation im Ruhrgebiet
Der Regionalverband Ruhr (RVR) will mit dem Bund über die mangelhafte Verkehrssituation im Ruhrgebiet verhandeln. Foto: dapd

Essen.  RVR-Direktorin Karola Geiß-Netthöfel will sich wegen der mangelhaften Verkehrssituation im Revier an den Bundesverkehrsminister wenden.

Der Regionalverband Ruhr (RVR) will mit dem Bund über die mangelhafte Verkehrssituation im Ruhrgebiet verhandeln. „Ich werde Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer einladen. Er sollte sich die Probleme vor Ort ansehen“, sagte RVR-Direktorin Karola Geiß-Netthöfel.

Für Juni 2012 ist eine RVR-Versammlung zum Thema Verkehr angedacht. Die Probleme seien vielfältig. Manche Züge im Ruhrgebiet seien so voll, dass es schwer erträglich sei, Bahn zu fahren, so Geiß-Netthöfel. Neue Straßen dürfte es im Revier künftig wohl nicht geben. „Wir müssen die heutigen erhalten“, so die RVR-Chefin.

Vielversprechend sei das Projekt „Cargo-Beamer“, mit dem Güter von Lastwagen auf die Schiene umgeladen werden. Hagen dürfe sich Hoffnungen auf dieses Projekt machen.

Der RVR richtet ein Referat für EU-Förderung ein. Es soll die Chancen der Revierstädte steigern, in Brüssel Fördergelder zu bekommen.

In Fortsetzung des Kulturhauptstadtjahres Ruhr 2010 soll es unter anderem ein regionales „Heimat-Epos“ geben: Veranstaltungen und Wettbewerbe, die sich in den Jahren 2012 und 2013 mit den Themen Heimat und Identität beschäftigen.

Matthias Korfmann

Facebook
 
Kommentare
18.11.2011
12:17
Aus der Vergangenheit wurde nicht gelernt ...
von DerSteiger | #5

Um nur zwei Punkte zu nennen (Es gibt so viel mehr Beispiele ...)

1.) Man hätte die Rheinische Bahn wunderbar als Entlastungsstrecke nutzen können. Was macht man aber lieber ? Abreissen und nen Fahrradweg draus. Der ist zwar auch sehr schön, löst aber das ÖPNV-Problem nicht.

2.) Das mit den Gütern von der Strasse auf die Schiene - das sind doch alles leere Worthülsen !!! Hatten wir doch alles schon mal vor Ort. Stichwort Containerterminal Bochum-Langendreer: Wurde Ende der 90er dicht gemacht.

Die Infrastruktur war ja sogar vorhanden, sie wurde nur nicht ausreichend genutzt und auch nicht gewollt. Umso befremdlicher finde ich es jetzt genau das zu fordern, was man vor nicht einmal 10 Jahren abgerissen hat ...

18.11.2011
12:05
Lastwagen auf die Schiene
von hapeer | #4

Frau Geiß-Netthöfel scheint vergessen zu haben, dass es eine noch effizientere Variante gäbe, um die Verkehrssituation auf den Straßen des Ruhrgebiets zu optimieren. Nämlich CARGOCAP.

18.11.2011
12:02
Es könnte so einfach sein
von RainerN | #3

Die einzelnen Beförderungsunternehmen liefern das, was bestellt wird. Wenn der Besteller , sprich das Land, der Beförderungsleistung der Meinung ist, dass z.B. der Westfalenexpress (RE 6) nur im Stundentakt zu verkehren braucht, dann darf sich der Fahrgast nicht wundern, dass es in Spitzenzeiten zu überfüllten Zügen kommt, einschließlich der daraus resultierenden Verspätungen. Ich will damit sagen, dass es nicht an der Bahn liegt, wenn es zu, aus meiner Sicht, unhaltbaren Zuständen kommt. Ich lasse dabei mal die Dinge außer acht, die die Verkehrsunternehmen zu verantworten haben. Hier liegt auch einiges im Argen, aber das ist nicht das Gros.
Nein, was geschehen müsste, ist eine engermaschige Vertaktung auf den Hauptverkehrswegen, wie z.B. auf der Linie des RE 6 und einige mehr.
In den letzten Jahren haben wir beispielsweise in den Städten eine Ausdünnung des Nahverkehrs erlebt, obendrein noch, zu immer weiter steigenden Fahrpreisen. Wen wundert es da noch, wenn die Menschen dann lieber mit dem Auto fahren?
Mir ist schon bewusst, dass der ÖPNV im Prinzip immer ein Zuschussgeschäft bleiben wird. Aber wenn wieder und wieder an mein / unser Umweltbewusstsein appelliert wir, dann muss es auch erschwingliche und halbwegs erträgliche Alternativen zur Benutzung des eigenen Autos geben. Ich denke ein Land, dass in der Lage ist, mit Milliarden um sich zu werfen, sollte dabei nicht die eigenen Probleme Augen verlieren, nämlich eine gute, intakte Infrastruktur. Mag diese auch auf im Vergleich mit der jüngsten, europäischen Krise profan erscheinen.

1 Antwort
Es ist eine Verknüpfung...
von IlDottore | #3-1

... vieler Faktoren, die einen insgesamt nach ausreichender Nutzung des ÖPNV das kalte Kotzen kriegen lassen:

- eine viel zu niedrige Taktung. Fährt einem der Anschlusszug vor der Nase weg, ist man mit etwas Glück erst eine Stunde später zuhause.
- generell schlecht koordinierte Anschlüsse - kommt ein Zug in Ort A an, ist der Anschlusszug von Ort A nach Ort B (so er nicht verspätet ist ;) ) vor 5 Minuten weggefahren. Der nächste kommt vorzugsweise erst in 30 Minuten... oder 1 Stunde...
- verdreckte Züge... auf einen vollgepissten Sitz mag man sich nicht gern setzen...
- und ungepflegte Bahnhöfe (letztere mit möglichst wenig Sitzgelegenheiten und Wetterschutz - das Warten ist eine Freude !
- Bahnreisende, die Bahnhöfe und Züge (bewusst) verdrecken... aber da spielt sicher auch das Broken-Windows-Syndrom mit rein...
- zu kleine Züge. Der Bahnsteig würde für die doppelte Anzahl an Waggons reichen, aber die sind nicht vorhanden...
- keine Ausweichschienen... ich höre es jede Woche mindestens 2-3 mal, dass "wegen einer Zugüberholung" oder "wegen Überlastung" oder "wegen eines verspäteten Fernzugs" mein Zug erst "in wenigen Minuten" weiterfährt.
- die Einteilung in 1. und 2. Klasse. 1. Klasse grundsätzlich gähnend leer, vielleicht zu einem Viertel ausgelastet, während sich in der 2. die Leute stapeln...
- und nicht zuletzt viele dämliche Mitreisende, die sich vor den Türen zusammenquetschen und die Treppen im Doppelstockzug blockieren, statt einfach mal weiter durchzugehen oder wenigstens Leute durchgehen zu lassen...

18.11.2011
11:46
Anreise
von hitchhiker05 | #2

Jede Wette, zur Versammlung reist man nicht mit dem ÖPNV an, sondern
nutzt wie immer die übergewichtigen Dienstwagen :-)))

18.11.2011
11:43
In Anlehnung an ein weltbekanntes Motto eines anderen Bundeslandes....
von moschaake | #1

NRW: Wir können alles ausser Nahverkehr

Einfach nur traurig.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6084664/create

Umfrage
Sollte das Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin wiederholt werden?
 
Aktuelle Fotos und Videos
Musik und Sonne pur
Bildgalerie
Moers Festival
Sommer, Sonne ...
Bildgalerie
Hitze
Die Knochenmühle in Meinerzhagen
Bildgalerie
Museen im MK
Abriss des RWE-Stadions
Bildgalerie
RWE
Aus dem Ressort
Wie Envio-Mitarbeiter um Anerkennung kämpfen
PCB-Vergiftung
Im PCB-Skandal kämpfen nun 47 Menschen darum, dass ihre Gesundheitsschäden als Berufskrankheit anerkannt werden. Es geht um Einzelfallentscheidungen, denn nicht die PCB-Vergiftung als solche kann als Berufskrankheit anerkannt werden, nur daraus resultierende Beeinträchtigungen.
Foto Video 2 Kommentare 2
Mann beim Grillen vom Balkon geschleudert
Grillparty
Eine schwere Verpuffung hat am Pfingstwochenende ein junger Mann in Rees ausgelöst. Bei einer Grillparty kippte er Spiritus in die Glut. Durch die Druckwelle wurde ein 33-Jähriger vom Balkon geschleudert. Er wurde schwer verletzt.