Putin wird zum Kampfroboter

Köln..  Das Thema Terror kommt zwar im Kölner Rosenmontagszug vor – aber nur im Zusammenhang mit den Schattenseiten des Internets. Den Wagen, der nach dem Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ in Paris geplant worden war, hatte das Festkomitee zurückgezogen, weil Berichte über angebliche Sicherheitsrisiken bei vielen Jecken Angst ausgelöst hatten. „So etwas muss man ernst nehmen und handeln“, sagte Zugleiter Christoph Kuckelkorn gestern bei der Vorstellung der Kölner Wagen.

Die Entscheidung hatte vor zwei Wochen viel Kritik ausgelöst. Sie sei aber richtig gewesen, meinte Kuckelkorn: „Wir sind froh, dass dieser Schatten vom Zug weg ist und wir schön feiern können. Denn das ist das Ziel des Zuges, wir sind ja keine Demo.“

Das Motto heißt in Köln in diesem Jahr „social jeck – kunterbunt vernetzt“. Acht der 30 Prunk- und Persiflagewagen befassen sich mit den Risiken der Smartphone-Ära. Da strömen Porno, Kaufrausch, Trash und Terror aus dem Netz, und ein Kinderschänder „Fakebook“ tarnt seine Identität.

Aber auch die große und die kleine Politik fahren mit. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) legt eine Bruchlandung mit Bundeswehrschrott hin, und Russlands Präsident Putin walzt als Kampfroboter die Ukraine nieder.