Prozess um Bonner Kongresszentrum: Gericht für Einstellung

Im Prozess um das Millionendesaster beim Bau des Bonner Kongresszentrums haben die Richter überraschend vorgeschlagen, das Verfahren gegen zwei städtische Projektleiter einzustellen - gegen eine Zahlung von 15 000 bis 20 000 Euro. Gegen den ehemaligen Bonner Stadtdirektor Arno Hübner und die Bürgeramtschefin Eva Maria Zwiebler könne nach derzeitigem Stand der Vorwurf des Betrugs nicht aufrechterhalten werden, erklärte die Kammer des Bonner Landgerichts am Dienstag.

Bonn.. Zur Aufklärung des Falls wäre eine umfangreiche Beweisaufnahme nötig. Dabei träfe die beiden - selbst im Falle einer Verurteilung - eher ein geringes Maß an persönlicher Schuld. Beide hätten nicht im eigenen Interesse gehandelt, sondern "sich für die ihnen aufgebürdete Aufgabe aufgerieben". Verteidigung und Staatsanwaltschaft wollen den Vorschlag prüfen.

Der WCCB-Bau mitsamt Hotel im früheren Regierungsviertel neben dem UN-Campus wurde 2009 gestoppt, nachdem auffiel, dass die Stadtoberen sich von einem Investor hatten blenden lassen. Der wurde 2013 zu einer Haftstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt. Das WCCB steht nach mehrjährigem Baustopp mittlerweile - am Wochenende wurde das Kongresszentrum bei einem Festakt eröffnet.