Prozess gegen Mutter: Baby in Plastiktüte ausgesetzt

Weil sie ihr Neugeborenes in einer Plastiktüte in einem Gebüsch zurückgelassen haben soll, steht in Bielefeld seit Donnerstag eine Mutter vor dem Landgericht. Die Staatsanwaltschaft hat die 39-Jährige wegen versuchten Totschlags angeklagt. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie ihren Sohn in dem nicht einsehbaren Gebüsch an einem Parkplatz zum Sterben zurücklassen wollte.

Bielefeld.. Die Frau hatte den Jungen laut Anklage im Juni 2015 in einem leerstehenden Rohbau in Gütersloh alleine zur Welt gebracht. Sie soll das Kind nur eine Viertelstunde nach seiner Geburt in die Plastiktüte gesteckt und in den Busch gelegt haben. Obwohl Passanten das Baby in der Plastiktüte dort nur schwer sehen konnten, war es noch am selben Abend entdeckt worden. Es überlebte.

Die Polizei hatte mehrere Wochen nach der Mutter gesucht und war ihr schließlich durch Aussagen ihrer Mitbewohnerinnen auf die Spur gekommen. Sie hatten von Gewichtsschwankungen berichtet. Für den Prozess hat das Gericht bislang drei Tage angesetzt.