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Terrorismus

Prozess gegen "Düsseldorfer Zelle" im Hochsicherheitstrakt

27.06.2012 | 06:00 Uhr
Prozess gegen "Düsseldorfer Zelle" im Hochsicherheitstrakt
Halil S. wird nach seiner Festnahme in Bochum auf dem Gelände des Bundesgerichtshofes von Polizisten abgeführt. Foto: dapd

Düsseldorf/Bochum.  Sie sollen einen Bombenanschlag auf eine große Menschenmenge im Rhein-Ruhr-Raum geplant haben – im Auftrag der Al-Qaida-Führung: Vier mutmaßliche Terroristen der „Düsseldorfer Zelle“ stehen ab 25. Juli vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Der Kopf der Gruppe hat in Bochum studiert und gewohnt.

Es ist einer der spektakulärsten Terrorprozesse in Deutschland: Die vierköpfige „Düsseldorfer Zelle“ um die in Bochum gefassten mutmaßlichen Terroristen Abdeladim El-K. und Halil S. steht ab 25. Juli vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Die Gruppe soll von der Al-Qaida-Führung den Auftrag bekommen haben, einen schweren Terroranschlag in Deutschland zu verüben. So lautet die Anklage der Bundesanwaltschaft. Vier Männer sind beschuldigt: der Deutsche Halil S., der Marokkaner Abdeladim El-K. (beide aus Bochum) sowie der Deutsch-Marokkaner Jamil S. und der Deutsch-Iraner Amid C ..

Der Prozess im OLG-Hochsicherheitstrakt am Kapellweg verspricht bundesweites Interesse. Denn die Vorwürfe der Bundesanwaltschaft wiegen schwer.

Laut Anklageschrift hat sich die Al-Qaida-Führung um den inzwischen verstorbenen Shaik Atiyatallah al-Libi spätestens Anfang 2010 zu Terroranschlägen in Europa entschlossen. Ein bevorzugtes Ziel: Deutschland. Scheich Younis Al Mauretani, der damals als „Außenminister“ von Al-Qaida galt, soll dazu militante Dschihadisten rekrutiert haben. Die Auserwählten sollten nach einer Ausbildung im Umgang mit Sprengstoff und Verschlüsselungstechniken in Europa Al Qaida-Zellen aufbauen. Die Formierung der Zelle für Anschläge in Deutschland sei Sache von Abdeladim El-K., 30, gewesen, sagen die Bundesanwälte.

Von der Bochumer Uni in den Dschihad

El-K. studierte und wohnte in Bochum. 2009 soll er sich für den gewaltsamen Dschihad in Afghanistan entschieden haben. Der Marokkaner sei im Januar 2010 in ein Al-Qaida-Ausbildungslager im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet gereist, dort im Umgang mit Schusswaffen sowie in der Herstellung von Sprengstoffen und elektronischen Zündvorrichtungen geschult worden. Er sei außerdem in Verschlüsselungsmethoden und -programme der Terrororganisation eingewiesen worden. Und er habe Zugriff auf Bombenbauanleitungen sowie Computerprogramme zur Produktion von Bekenner-Videos bekommen.

Im Mai 2010 soll El-K. im Auftrag der Al-Qaida-Führung nach Deutschland eingereist sein und drei Männer für Anschläge angeworben haben, die er aus seiner Studienzeit in Bochum kannte: Jamil S., Amid C . und Halil S.. Die Ausweisung von El-K. im Juli 2010 habe zunächst sämtliche Terrorpläne durchkreuzt. Mit Hilfe von Jamil S., 32, sei El-K. Ende November 2010 aber mit falschen Ausweispapieren wieder nach Deutschland eingereist. Anschließend hätten die Männer ihre Anschlagspläne forciert.

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Prozess gegen "Düsseldorfer Zelle" im Hochsicherheitstrakt
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2012-06-27 06:00
Düsseldorfer Zelle,Terrorismus,Prozess,Polizei,Gericht,Al-Qaida
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