Post-Streik trifft Großkunden unterschiedlich

Der Post-Streik hat für viele Unternehmen in Deutschland bisher nur begrenzte Folgen. Zwar beklagen Versandhändler Schwierigkeiten und höhere Kosten, weil sie teils auf Kurierdienste ausweichen müssen. Große Versicherer und Banken beispielsweise sehen sich aber bisher nur wenig von dem mittlerweile gut zweiwöchigen Ausstand betroffen. So hat die Allianz festgestellt, dass die Kunden verstärkt E-Mails und Fax nutzen, wie ein Sprecher des Versicherers der Deutschen Presse-Agentur sagte. Bei insgesamt etwas schwankender Briefzustellung kämen an manchen Tagen aber noch immer rund 40 000 Briefsendungen an. Auch der Konkurrent Ergo sieht bisher keine gravierenden Folgen des Streiks.

München/Bonn.. Auf einen Zeitungsbericht hin hatte die Post in der vergangenen Woche bestätigt, dass Versandhäuser und Versicherungen dem Unternehmen Unterstützung bei der Bewältigung der Streikfolgen angeboten hätten. Konkrete Namen nannte die Post allerdings auch auf erneute Nachfrage nicht. Die beiden Versicherer erklären jedenfalls, dass sie keine Mitarbeiter an die Post entsandt hätten und dies auch nicht planten. Auch der Branchenverband GDV betont, man habe keine Kenntnis darüber, dass sich einzelne Versicherer beteiligen.

Der Versandhändler Amazon wollte sich zu der Frage nicht äußern. Eine Sprecherin des Online-Händlers Zalando erklärt: "Wir stehen ständig in gutem Kontakt zur DHL. Die Zalando-Mitarbeiter leisten sehr gute Arbeit in unseren eigenen Logistikzentren, bei der Post helfen sie jedoch nicht aus." Auch der Versandhändler Otto winkte ab: "Die Unternehmen der Otto Group halten sich bei diesem Thema ausdrücklich zurück, weil wir uns mit einer Zuarbeit von eigenen Mitarbeitern in nicht verantwortbarem Maß in einen Konflikt zwischen (der Gewerkschaft) Verdi und der Deutschen Post/DHL einmischen würden", erklärte ein Sprecher der Otto Group.