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Polizei zählte 263 Straftaten gegen Juden

01.03.2016 | 05:34 Uhr

An Rhein und Ruhr. Propaganda-Schmierereien, Sachbeschädigungen, auch einzelne Körperverletzungen: Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat im vergangenen Jahr insgesamt 263 antisemitische Straftaten gezählt, 61 davon hätten sich direkt gegen Personen oder jüdische Einrichtungen gerichtet. Das hat das NRW-Innenministerium auf Anfrage des fraktionslosen Abgeordneten Daniel Schwerd mitgeteilt. 2014 hatten die Beamten sogar 349 antisemitische Straftaten registriert.

Michael Rubinstein rät, den Rückgang jetzt nicht überzubewerten: „Das sind ja nur die zur Anzeige gebrachten Straftaten“, sagte der Geschäftsführer der jüdischen Gemeinden Nordrhein der NRZ. Hinzu kämen Beleidigungen und Bedrohungen, die nicht gemeldet wurden. Jüdische Bürger und Gemeinden sehen sich sowohl von rechtsextremer als auch von islamistischer Seite bedroht: „Die Gefährdungslage hat sich nicht zum Besseren entwickelt, leider“, meinte Rubinstein.

Die jüdischen Gemeinden wünschen sich mehr Schutz, sind dazu in Gesprächen: „Wir sind der Meinung, dass es besser ist, proaktiv etwas zu tun, als dass erst etwas geschieht“, sagte Rubinstein. Die Polizeibehörden vor Ort organisieren den Objektschutz. Darüber hinaus verfügt mittlerweile fast jede Gemeinde in NRW noch über einen eigenen Wachdienst; das Land erstattet dazu Kosten in Höhe von bis zwei Mio Euro jährlich. „Das Geld reicht nicht“, sagt Rubinstein.

Holger Dumke

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Polizei zählte 263 Straftaten gegen Juden
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