Polizei verhindert Bürgerwehr-Streifen in Mönchengladbach

Bürgerwehren formieren sich im Internet. In Mönchengladbach hatten jetzt Hooligans versucht, sich in den Dienst von 'Recht und Ordnung' zu stellen.
Bürgerwehren formieren sich im Internet. In Mönchengladbach hatten jetzt Hooligans versucht, sich in den Dienst von 'Recht und Ordnung' zu stellen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Ruhe und Ordnung ist derzeit in Mode. In Mönchengladbach hat die Polizei jetzt ortsbekannte Hooligans gestoppt, sich als 'Bürgerwehr' zu betätigen.

Mönchengladbach/Essen.. Witten, Oberhausen, Düsseldorf - an vielen Orten in NRW bilden sich sogenannte Bürgerwehren als Reaktion auf die massiven Übergriffe in der Silvesternacht in Köln. In Mönchengladbach hat die Polizei jetzt in der Nacht auf Samstag alle Hände voll zu tun gehabt, Aktionen von Bürgerwehren zu verhindern.

Etwa 25 Personen vorwiegend aus der örtlich bekannten Hooliganszene hatten sich am späten Freitagabend auf dem Alten Markt in der Mönchengladbacher Innenstadt versammelt. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, wollten sie "im dortigen Bereich für Ruhe und Ordnung sorgen". Mit einer "Gefährderansprache" machte die Polizei der Gruppe nach eigener Aussage klar, dass das keine gute Idee sei. Laut Polizei sei die Gruppe danach "nicht mehr auffällig" geworden.

Hooligan mischt sich in Streit ein und gibt sich als Bürgerwehr-Mitglied aus

Zur gleichen Zeit wurde am Hauptbahnhof Mönchengladbach eine weitere Gruppe beobachtet mit etwa zehn Personen. Auch dort hatte die Polizei den Verdacht, die etwa zehn Personen wollte sich als Bürgerwehr betätigen. "Darauf angesprochen, distanzierte sich diese Gruppe ausdrücklich von dem Verdacht".

Am frühen Samstagmorgen gegen 5 Uhr kehrten Polizisten zum Alten Markt zurück - weil dort ein verbaler Streit zwischen zwei Kneipengängern in Gewalt ausuferte, als sich ein 31-Jähriger einmischte und einen der Streitenden mit dem Kopf im Gesicht verletzte. Er war Alkoholisiert und stand auch unter Drogen, teilte die Polizei mit. Ihr gegenüber gab er sich als Bürgerwehr-Mitglied aus, vermutlich um sein Einmischen in den Streit der beiden anderen Männer zu legitimieren. Laut Polizei sei der 31-Jährige bei der Polizei bereits "hinreichend in Erscheinung getreten", etwa mehrfach wegen Körperverletzung. Er werde zudem zur örtlichen Hooliganszene gezählt. Gegen ihn läuft jetzt ein Strafverfahren. (dae)