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Polizei räumt Waldbesetzer-Camp im Hambacher Forst

14.11.2012 | 09:10 Uhr
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Polizei räumt Waldbesetzer-Camp im Hambacher Forst
Polizisten beginnen am Dienstag mit der Räumung des Waldbesetzer-Camps im Hambacher ForstFoto: Hermann J. Knippertz/dapd

Kerpen.   Seit April haben Umweltschützer den Hambacher Forst besetzt, sich an Bäume und Boden gekettet. RWE will auf dem Gelände Braunkohle abbaggern. Am Dienstag begann die Polizei, das Camp der Waldbesetzer zu räumen. Der Einsatz verlief bislang friedlich, hieß es. Die Umweltschützer leisteten „passiven Widerstand“.

Am heutigen Mittwoch geht die Räumung des Waldbesetzer-Camps im Hambacher Forst weiter. Umweltschützer hatten sich hier seit April verschanzt. Nun soll ein Räumungsbeschluss einer Gerichtsvollzieherin durchgesetzt und danach das Gelände zur Rodung an RWE übergeben werden. Der Energiekonzern will dort Braunkohle abbaggern. Zur Zeit befindet sich noch ein Besetzer auf einem Baum, ein weiterer hat sich unterirdisch in mehreren Meter Tiefe angekettet.

22 Waldbesetzer wurden bisher von der Polizei in Gewahrsam genommen. Fünf von ihnen befinden sich aktuell noch in polizeilicher Obhut. Zehn Aufenthaltsverbote wurden ausgesprochen.

Am Dienstag hatte die Polizei hat mit der Räumung des Camps der Waldbesetzer im Hambacher Forst bei Kerpen im Rhein-Erft-Kreis begonnen. Rund 500 Einsatzkräfte waren im Einsatz, um die Bewohner der Baumhäuser und Zelte vom Gelände zu schaffen, wie die Polizei mitteilte.

100 Strafanzeigen liegen der Polizei vor

Nach Angaben der Polizei liegen rund 100 Strafanzeigen vor, die sich gegen die Bewohner des Camps richten. Es gehe um Sachbeschädigungen, Hausfriedensbrüche, Beleidigungen, Störungen öffentlicher Betriebe sowie Raub- und Nötigungsdelikte, hieß es.

Wie viele Protestierende sich am Dienstag auf dem Gelände aufhielten, war nach Angaben der Polizei zunächst unklar. Die Räumung laufe friedlich und ohne Zwischenfälle ab, sagte eine Sprecherin der Polizei am Dienstag. Allerdings werde die Räumung noch einige Zeit dauern. So wurden die Kohlegegner mit einem Hubwagen aus den Baumhäusern geholt. Anschließend wurden die Behausungen abgebaut. Zum Teil hatten sich die Protestierenden auch an Bäume oder an den Boden angekettet. Die Campbewohner leisteten passiven Widerstand, ließen sich aber ansonsten ohne Widerstand abführen, betonte die Sprecherin.

Naturschützer unterstützen Proteste

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) solidarisierte sich mit den Protestierenden und rief zu Solidaritätskundgebungen auf. So waren unter anderem Aktionen in Köln, Essen, Münster, Berlin und Hamburg geplant.

Auch die Globalisierungskritiker von Attac beklagten die Polizeiaktion. Die Proteste gegen die Ausweitung des Braunkohle-Tagebaus in der Region seien nötig, um die Zerstörung von Ökosystemen durch die Förderung fossiler Rohstoffe zu verhindern. Die Verbrennung der fossilen Rohstoffe treibe die Klimakrise voran und sorge für Überschwemmungen und Hunger, hieß es.

Als „Mahnmal für eine falsche Energiepolitik“ bezeichnete die Grünen-Politikerin Gudrun Zentis die geplante Rodung. Die Linke im Düsseldorfer Landtag forderte einen Ausstieg aus der Förderung der Braunkohle und einen Stopp des Tagebaus Hambach. (we/dapd)

Kommentare
17.11.2012
00:28
Polizei räumt Waldbesetzer-Camp im Hambacher Forst
von bilar | #5

Er zieht es durch , ohne wenn und aber. Es ist egal für welche politische oder humane er es macht. Fakt ist das er mit seiner Aktion in aller Munde ist. Ohne solcher Menschen hätten wir heute nicht diesen Leben wie wir es heute haben.

16.11.2012
09:04
Polizei räumt Waldbesetzer-Camp im Hambacher Forst
von Navish | #4

ich bin beeindruckt. Ein Mensch, der bereit ist für einen Wald zu sterben. Denn das musste ihm klar sein, als er sich in die Erde hineinlegte, dass er höchstwahrscheinlich sterben wird. Hier geht es um mehr, als "nur" um einen Wald. Hier geht es um die Erde selbst und unsere Beziehung zu ihr. Es wird Zeit, dass wir unsere Maßstäbe verändern. Ich habe in diesem Jahr den Satz gehört: "Ich kann mit meinem Eigentum machen, was ich will" Grusel! Was bedeutet das? Das regt zu vielfältigen Gedanken an. Die Erde gehört sich selbst.

Es gibt für alles friedliche Lösungen, auch, wenn es mal dauert. Man muss sie jedoch auch anstreben. Also wenn eine Firma statt dessen bereit ist Gewalt auszuüben, denn es ist ja das Recht, dann bin ich gar nicht beeindruckt. Zu schnell, zu grob.

Ich wünsche mir auf jeden Fall, dass der Mensch da wieder herauskommt. Ich würde ihn gern sehen. Und ich will nicht, dass er stirbt. Wir brauchen ihn noch. Egal, was ich hier jetzt alles nicht berücksichtige.

Gruß

15.11.2012
20:01
Polizei räumt Waldbesetzer-Camp im Hambacher Forst
von MasterLangi | #3

lasst sie doch da sitzen, langsam wirds schön kalt dann hauen die eh ab :)

14.11.2012
14:24
Polizei räumt Waldbesetzer-Camp im Hambacher Forst
von Peter_M | #2

Hey nicht nur die billige Praktikanten den Qualitätsjournalismus vollziehen lassen:

"Die Linke im Düsseldorfer Landtag forderte einen Ausstieg aus der Förderung der Braunkohle und einen Stopp des Tagebaus Hambach."

Das ist ein Lacher und mehr als peinlich!

14.11.2012
09:38
Polizei räumt Waldbesetzer-Camp im Hambacher Forst
von ttack | #1

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