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Karneval

Polizei Köln schwenkt Karneval auf Zwölf-Stunden-Schicht um

28.01.2016 | 11:30 Uhr
Polizei Köln schwenkt Karneval auf Zwölf-Stunden-Schicht um
Soviel Polizei wie in diesem Jahr dürfte an den Karnevalstagen in NRW noch nie auf den Straßen gewesen sein.Foto: Archiv/Martin Möller, Funke Foto Services

Köln/Düsseldorf/Duisburg/Dortmund.   Nach den Übergriffen in der Silvesternacht werden die Sicherheitsmaßnahmen zu Karneval massiv ausgeweitet. Für die Polizei bis zur Belastungsgrenze.

Mobile Scheinwerfer, Videoüberwachung und vor allem viel mehr Polizei: Der Straßenkarneval in diesem Jahr in NRW wird von massiven Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Polizei und Kommunen treibt dabei in den Karnevalshochburgen auch eine nach wie vor latente Terrorgefahr an, viel mehr jedoch die massiven Übergriffe in der Silvesternacht in Köln und andernorts.

"Seit Silvester ist nichts mehr wie es war", sagt etwa Christoph Gilles, Sprecher der Polizei Köln. Erstmals für die Tage von Altweiber bis Aschermittwoch hat die Kölner Polizei mehreren Dutzend "spezifisch vorbelasteten Personen" ein Betretungsverbot für die Kölner Innenstadt erteilt; schriftlich per Post. Das kennt man bis dato nur von Hochrisiko-Fußballspielen oder Demos der Extremisten-Szene. Gleiches hat die Polizei in Düsseldorf für die Altstadt verfügt, unter anderem gegen elf Beschuldigte, die nach den Silvesterübergriffen ermittelt worden sind. Wer trotzdem in der Altstadt angetroffen wird, kann leichter in Gewahrsam genommen werden. Angesichts der massiven sexuellen Übergriffe vor dem Hauptbahnhof zu Silvester kündigt die Polizei in Köln zudem eine besonders große "Gefangenensammelstelle" an: "Wir stellen uns darauf ein, an Karneval mehrere Hundert Personen in Gewahrsam zu nehmen". Typische Delikte zu Karneval seien Taschendiebstähle, Körperverletzung oder sexuelle Übergriffe.

Polizei Köln schwenkt um auf 12-Stunden-Schicht - wie während des Golf-Kriegs

"Deutlich mehr Polizei" soll auf den Straßen der Karnevalsstädte sein, in Uniform und in zivil. Dienstfrei-Verbot und Urlaubssperre gelten in zig Polizeibehörden an Rhein und Ruhr. Auch für die 18 Hundertschaften der Polizei in NRW, wo die zuständige Landespolizeilichen Dienste in Duisburg erst noch entscheiden werden, wie das Personal - je Hundertschaft um die 120 Einsatzkräfte - letztlich verteilt wird. Die traditionellen Karnevalsfeiern für die Belegschaft in den Polizeipräsidien sind in diesem Jahr abgesagt worden, etwa in Köln, Düsseldorf, Duisburg und Essen; mangels Freizeit und mangels Feierstimmung.

In Köln greift die Polizei gar auf einen Kniff zurück aus der Zeit des Golf-Kriegs 2003. Weil damals landesweit der Objektschutz ausgeweitet werden musste, wurde der Drei-Schicht-Betrieb in den Wachen auf zwei Schichten umgestellt. Polizisten in Köln schieben nun zwischen Altweiber und Veilchendienstag 12 Stunden Dienst statt acht. Damit wird Personal für andere Aufgaben 'freigeschaufelt'.

Gewerkschaft der Polizei schätzt durch Karneval bis zu 300.000 Überstunden

"Das darf nicht zur Regel werden", sagt Arnold Plickert, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei in NRW (GdP). Auch nicht, dass diesmal Polizeianwärter in großem Stil - die Rede ist von 2400 Kräften aus den Aufnahme-Jahrgängen 2013 und 2014 - die Polizei vor Ort unterstützen werden. Nicht unbedingt neu, wenn es um die Begleitung von Karnevalsumzügen geht. Jetzt aber sollen sie unter anderem bei der Notruf-Annahme unterstützen oder schlicht Präsenz zeigen, etwa in Köln, Düsseldorf, Essen oder Dortmund. Sie sollen in Gruppen eingesetzt werden, angeleitet jeweils von einem erfahrenen Beamten als "Tutor", wie es üblich ist in der Praxisausbildung.

Der massive Polizeieinsatz an den Karnevalstagen dürfte die Überstundenbilanz um bis zu 300.000 Stunden ausweiten, schätzt Arnold Plickert. Vor allem die Bereitschaftspolizei im Land sei "personell längst am Ende", mahnt der GdP-Mann, weil sie 2015 fünfmal mehr zur Unterstützung in anderen Bundesländern angefordert worden sei, als im Jahr zuvor. Alleine in NRW seien im vergangenen Jahr 250.000 Dienststunden im Fußball angefallen.

Massives Sicherheitsaufgebot allerorten:

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Kommentare
05.02.2016
09:30
Polizei Köln schwenkt Karneval auf Zwölf-Stunden-Schicht um
von Artikel20 | #31

Bei den "spezifisch vorbelasteten Personen" dürfte es sich um "Rocker" handeln, nicht um die weshalb überhaupt dieser Polizeiaufwand notwendig wird.

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2016-01-28 11:30
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