Pirat Hammer will Parteimitgliedschaft vorerst ruhen lassen

Der frühere politische Geschäftsführer der Piratenpartei in Nordrhein-Westfalen, Klaus Hammer, zieht sich vorerst aus der Partei zurück. "Ich werde ab sofort alle Aktivitäten für die Piraten beenden", sagte er der "Neuen Westfälischen". Er war Anfang Oktober seines Amtes enthoben worden. Er hatte zugegeben, vertrauliche E-Mails in seiner Altpapiertonne abgelegt zu haben.

Bielefeld (dapd-nrw). Der frühere politische Geschäftsführer der Piratenpartei in Nordrhein-Westfalen, Klaus Hammer, zieht sich vorerst aus der Partei zurück. "Ich werde ab sofort alle Aktivitäten für die Piraten beenden", sagte er der "Neuen Westfälischen" (Samstagausgabe). Er war Anfang Oktober seines Amtes enthoben worden. Er hatte zugegeben, vertrauliche E-Mails in seiner Altpapiertonne abgelegt zu haben. Das soll er einem Staatsanwalt gesagt haben, damit dieser die Dokumente dort abholen konnte.

Bereits am Tag nach seiner Entlassung hatte Hammer getwittert: "Bin ab Freitag auch kein Pirat mehr #Austritt." Der Zeitung sagte er, seine Mitgliedschaft werde er bis zum Jahresende ruhen lassen. Wenn er feststelle, dass er wieder ruhig schlafen könne und nichts vermisse, werde er seinen Parteiausweis zurückgeben.

Hammer hatte sein Verhalten in einer Erklärung mit Panik gerechtfertigt. Zwei Piraten, denen von anderen Mitgliedern rechtsextreme Tendenzen nachgesagt wurden, hatten demnach bei einem Staatsanwalt Anzeige wegen Verleumdung gestellt. Der Ermittler soll mit Hausdurchsuchungen beim Landesvorstand gedroht haben, falls ihm Informationen vorenthalten werden. "Allein der Gedanke daran, dass hier die Polizei aufschlägt und reihenweise Geräte aus dem Haus trägt, erschien mir unerträglich", schreibt Hammer.

dapd