Düsseldorf

Pfarrer klagt vor dem Bundesgerichtshof

Düsseldorf.  Ein wegen Kindesmissbrauchs in Krefeld zu sechs Jahren Haft verurteilter katholischer Priester hat das Urteil beim Bundesgerichtshof angefochten. Er habe Revision eingelegt und die Begründung fristgemäß eingereicht, sagten sein Anwalt und ein Sprecher des Landgerichts am Freitag.

Patensohn und Bruder als Opfer

Anfang Februar war der Geistliche wegen schweren sexuellen Missbrauchs schuldig gesprochen worden. Nach Überzeugung des Landgerichts hatte er seinen minderjährigen Patensohn und dessen jüngeren Bruder missbraucht.

In seinem Schlusswort hatte sich der Pfarrer bei den Opfern entschuldigt. Sein Verteidiger hatte in dem Prozess bereits für ihn erklärt: „Der größte Teil der Vorwürfe ist richtig.“ Der Anwalt hält die verhängte Strafe aber für zu hoch. Der Seelsorger war im vergangenen Juli von Südafrika nach Deutschland ausgeliefert worden. Dort war wegen ähnlicher Vorwürfe gegen ihn ermittelt worden.

Der Pfarrer soll sich über einen Zeitraum von fünf Jahren an seinem Patenkind vergangen haben, seit der Junge elf Jahre alt war. Der Priester war zuletzt im Auftrag der Auslandsseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz in Südafrika eingesetzt. Nach Missbrauchs-Vorwürfen dort und entsprechenden Ermittlungen war er suspendiert worden.

Vom Priesterdienst suspendiert

Das Strafverfahren in Südafrika wurde im Juni 2014 allerdings eingestellt. Wegen eines internationalen Haftbefehls wurde er wegen der in Deutschland erhobenen Vorwürfe ausgeliefert.

Nach der Selbstanzeige des Pfarrers hatte Aachens Bischof Heinrich Mussinghoff den Geistlichen vom Priesterdienst suspendiert und die Glaubenskongregation in Rom über die Vorwürfe informiert.

Sie wird über die Entlassung des Pfarrers aus dem Priesteramt entscheiden, sobald das Urteil rechtskräftig ist. „Wir hatten gehofft, dass der Pfarrer zu seiner Schuld steht“, sagte ein Bistumssprecher am Freitag.