Observatorium: Neubau kostet fünf Millionen

Im Ruhrgebiet..  Es ist einer der schönsten Orte im Revier: Auf der Halde Hoheward bei Herten (152,5 Meter über NN) hat man bei klarem Wetter ohnehin schon eine sagenhafte Sicht über die Region. Besondere Perspektiven soll ein „Horizont-Observatorium“ mit seinen mächtigen Rundbögen bieten. Doch das im November 2008 eingeweihte Observatorium stand nur wenige Wochen zur Verfügung, musste dann aus Sicherheitsgründen gesperrt werden, weil Risse in Schweißnähten festgestellt wurden. Seither streitet der Regionalverband Ruhr (Eigentümer der Halde und Bauherr) mit der ausführenden Stahlbaufirma und den Fachplanern vor Gericht.

Nun liegt ein lange erwartetes Gutachten beim Landgericht Bochum vor. Es sieht die Planer in der Pflicht, die das „Dämpfungsvermögen“ der Stahlkonstruktion erheblich überschätzt hätten. Andererseits gebe es mit den fehlerhaften Schweißnähten aber auch erhebliche Herstellungsmängel; da stünde dann die Baufirma in der Pflicht.

Neubau als der sicherste Weg

Kurzum: Laut Gutachten müsste die Konstruktion eigentlich abgerissen und neu gebaut werden, was mit Kosten von etwa fünf Mio Euro verbunden wäre. So sei das Ziel, ein Bauwerk mit einer planmäßigen Lebensdauer von 50 Jahren zu schaffen, am sichersten zu erreichen, heißt es. Selbst eine kleine Lösung, eine Sanierung, schlüge wohl mit mindestens 1,9 Mio Euro zu Buche.

Alle Beteiligten haben nun sechs Monate Zeit, sich zu äußern. Der Regionalverband will das Gutachten umfassend prüfen. „Unser oberstes Ziel ist es nach wie vor, dass am Ende des Verfahrens ein Bauwerk auf der Halde Hoheward steht, das dauerhaft betriebssicher ist“, heißt es beim Verband.