Oberhausen feiert die Schlager-Könige

Oberhausen..  Der Magen knurrt. Die Mahlzeit ist ausgefallen: „Keine Zeit!“ Die fünfköpfige Mädels-Clique erzählt sich auf dem Weg vom Oberhausener Hauptbahnhof zum Centro trotzdem Witze wie am Fließband. Sie sind nicht die ersten, die sich am Samstagmittag zum zehnstündigen Schlager-Festival „Oberhausen Olé“ aufmachen. 30 000 kommen. Ausverkauft.

Im Einsatzwagen der Stadtwerke ist offenbar eine Konfetti-Bombe hochgegangen. Viel Buntes liegt auf dem Boden. Auch an der Haltestelle „Neue Mitte“ gibt es das alte Bild: wenig Ordnung. Jubelfreudige wuseln umher. „Wir gehen seit vier Jahren zu Oberhausen Olé“, sagt Thorsten Krüger. Die Kumpels, die eifrig Kronkorkenverschlüsse öffnen, gehören zu den „Luftikussen“. Hobbyfußballer aus dem Sauerland.

Jubel und Buh-Rufe für Wendler

Auf dem Weg zum eingezäunten Gelände schallen einem Klangfetzen entgegen. Sie werden überstimmt von Kegelklubs. Viele Sänger, wenig Musiker. Mit dabei: Rock-Volksmusikant Heino („Schwarze Barbara“), Matthias Reim („Verdammt, ich lieb dich“) oder Ex-Modern-Talking-Sänger Thomas Anders („You’re my heart, you’re my soul“). Besonders bekannter Schlagerbube: Michael Wendler. Der Dinslakener erntet Jubel und die gleiche Dosis Buhrufe. Das hat bei „Oberhausen Olé“ Tradition. Sänger Heino probt kurz vor dem Auftritt im bullig warmen Garderobenzelt seine mit Nieten bestickte Lederjacke an. Angesichts der sommerlichen Temperaturen sind seine Klamotten schwere Kost. Eine kleine Band mit Hintergrund-Sängerinnen und Blasinstrumenten begleitet ihn. „Playback ist nichts für mich!“

Die Polizei spricht von einem recht „ruhigen Musikevent“. Nur sieben Platzverweise mussten die Beamten aussprechen.